Was ist Gott wirklich am wichtigsten?
Unser Leben ist voll mit Schlussfolgerungen. Wir sehen kleine Gesten von Menschen und Details in Dingen um uns her. Und schon
tut sich eine ganze Welt auf. Da steht zum Beispiel eine Frau mit einem bestimmten Augenaufschlag an der Bar und schon
entspinnen sich wilde Phantasien in so manch einem Männergehirn. Oder wir sehen eine Gruppe mit Springerstiefeln und kurzen
Haaren mit Blau-Weißen Trikots in der Fankurve der Rot-Weißen und die Polizei befürchtet Ärger.
Wir erkennen viel von wenig und können aus dem Wenigen noch viel mehr machen, wenn wir
erst mal drüber reden.
Und auch in Sachen Religion ist das nicht anders:
Es gibt zahlreiche kleine Dinge, Gesten und Praktiken (z.B. Gebete, Pilgerreisen, Schmuck- oder Bekleidungsstücke wie Turban,
Kopftuch etc. und Speisevorschriften), aus denen wir viel über die Religion und den jeweiligen Gott erkennen können.
Es passiert immer so, dass eine Identifikation der Gläubigen mit dem Glauben und dem jeweiligen Gott geschieht. Die religiösen
Praktiken sagen immer etwas über den Gott aus, der sie verlangt. Das, was Gott am wichtigsten ist, sagt etwas über seine Natur
aus. Es zeigt uns, wie dieser Gott wirklich ist. Das, was Gott am meisten will, ist auch das, was am
meisten wahr ist über ihn.
Was ist Gott am wichtigsten?
Im Koran (3:64) steht, "dass man Gott (=Allah) alleine dienen und nichts neben Ihm bestehen lassen darf." Entsprechend heißt es
im moslemischen Glaubensbekenntnis: "Es gibt keinen wahren Gott außer Allah und Mohammed ist sein Prophet."
Im Hinduismus ist es anders: Da ist das höchste Gebot, keinerlei Lebewesen zu töten. Schließlich könnte es ja Vorfahren von Dir
sein, der reinkarniert ist.
Im Judentum zur Zeit Jesu scheinen die wichtigsten Gebote die Beschneidung, der Sabbath und die Speisevorschriften gewesen zu
sein.
Im Christentum ist es je nach Fraktion und Zeitgeist mal dies, mal das. Zur Zeit scheinen es Dinge zu sein wie Heterosexualität
oder Empfängnisverhütung und der Schutz des ungeborenen Lebens.
Was hat Jesus auf diese Frage geantwortet?
"Du sollst den Herrn, deinen Gott, lieben mit ganzem Herzen, mit ganzer Seele und mit all deinen Gedanken. Das ist das wichtigste und erste Gebot. Ebenso wichtig ist das zweite: Du sollst deinen Nächsten lieben wie dich selbst. An diesen beiden Geboten hängt das ganze Gesetz samt den Propheten." (Mat. 22, 37-40)
Wie hat Jesus nicht geantwortet?
Er hätte z.B. antworten können mit dem ersten Gebot: "Du sollst keine anderen Götter haben neben mir." Das hätte Gott
bestimmt gefallen, wenn er Allah wäre.
Er hätte antworten können mit dem dritten Gebot: "Sechs Tage sollst du arbeiten." Das wäre gut. Dann aber müsste Gott einem
deutschen Arbeitgeber gleichen, oder?
Er hätte antworten können mit dem vierten Gebot: "Du sollst deinen Vater und deine Mutter ehren." Das klingt aber fast wie das
Motto der Mafia, oder? Die Familie über alles!
Er hätte bestimmt mit dem fünften Gebot antworten können: "Du sollst nicht töten." Damit hätte Gott der Friedensbewegung
mächtig imponiert, oder nicht?
Er hätte antworten können mit dem sechsten Gebot: "Du sollst nicht ehebrechen." Das wär's doch, oder? Dann könnten sich endlich
Frauen und Männer wieder sicher sein.
Er hätte antworten können mit dem siebten Gebot: "Du sollst nicht stehlen" und "Du sollst nicht begehren." Statt dessen sollst Du
am Markt teilnehmen, und das am besten als Konsument und kaufen, kaufen, kaufen.
Aber alles das wird der wahren Natur Gottes nicht gerecht. Gott steht für Liebe. Jesus
hat seinen Vater - Gott - und seine wahre Natur mit dem zweiseitigen Liebesgebot identifiziert, denn "Gott ist Liebe" (1. Joh. 4, 16)
Hast Du Dich schon mal gefragt, warum Menschen, die "moralisch gut" sind, eher als gute Gläubigen bezeichnet werden, als ein
Mensch, der einfach nur andere Menschen liebt und für sie da ist? Mir erscheint es so, dass es leichter ist, "gut" zu sein, als
Menschen zu lieben und für sie da zu sein, noch dazu wenn die nicht besonders liebenswert sind.
Aber genau darum geht es. Das was Gott am wichtigsten ist, ist, dass Menschen geliebt werden.
Menschen brauchen das nämlich! Menschen brauchen Liebe!
Und warum zuerst Gott lieben?
Weil man mit einem verschlossenen und leeren Herzen keine andere Menschen lieben kann.
Die Liebe zu Gott erst öffnet und verändert das Herz. Und Gott füllt dann das neue Herz mit seiner Liebe.
Selbst Jesus sagt es so: "Wie mich mein Vater liebt, so liebe ich euch auch." (Joh. 15, 9) Selbst geliebt werden ermöglicht andere
zu lieben. Und dann fährt er fort: "Das ist mein Gebot, dass ihr euch untereinander liebt, wie ich euch liebe." (Joh. 15, 12)
Und dann legt er noch eine drauf: "Daran wird jedermann erkennen, dass ihr meine Jünger seid, wenn ihr Liebe untereinander habt."
(Joh. 13, 35)
Woran erkennt man Liebe?
Wenn es sich dabei nur um ein Gefühl handelt, dann kann man das nicht so leicht erkennen. Frag' Dich mal: Was hat bei Dir
bewirkt, dass Du angefangen hast, zu glauben? Was hat Dir gezeigt, dass Gott Dich wirklich liebt? Echtes und aufrichtiges
Interesse. Ganz praktische Hilfe, ohne dass eine Verpflichtung da gewesen wäre. Einfach nur, dass sich jemand für Dich Zeit
genommen hat. Eine simple Einladung zu einer Veranstaltung. Gastfreundschaft ... und vieles andere mehr.
Wäre es dann nicht denkbar, dass Du auf die gleiche Art und Weise anderen Menschen die Liebe Gottes zeigst? Wenn ja, dann
mach' das jetzt fest und mit eben genau diesen konkreten kleinen Gesten der Liebe kannst Du anderen konkreten Menschen in
Deinem Lebensumfeld zeigen, dass Gott sie liebt. Das ist Dein und unser wichtigster Auftrag, wichtiger als jeder andere.
Und es ist das einzig wahre Zeichen eines Menschen, der an Jesus Christus glaubt.