Vergeude nicht Deinen Glauben!
In einem Lied von Don Potter singen wir: "I have decided I'm gonna make a stand. I have decided I'm taking back my Land. I have decided this far and no more. I'm gonna take up the sword an fight in the name of the Lord." - " Ich habe mich entschieden: Ich beziehe Stellung, ich hol' mir mein Land zurück. Bis hierher und nicht weiter! Ich nehme das Schwert und kämpfe im Namen des Herrn."
Paulus schreibt an die Kolosser (2, 8+9): "Gebt Acht, dass euch niemand mit seiner Philosophie einfängt,
indem er behauptet, euch die Wahrheit zu bringen, obwohl seine Lehren auf Traditionen und kosmischen Kräften beruhen und nicht auf Christus. In Christus (und seiner Lehre) hingegen wohnt wirklich und wahrhaftig die Heilsmacht Gottes in ihrer ganzen Fülle."
Was sagt Paulus hier?
- Es gibt Menschen, die haben ihre eigenen Philosophien; griech. philosophia "Liebe zur Weisheit (meist ist damit die eigene Weisheit gemeint, nicht die eines anderen)
- Diese versuchen sie an den Mann zu bringen.
- Diese beruhen auf Traditionen und kosmischen Kräften.
- Aber nicht auf Christus.
- Doch nur in ihm gibt es die wahre und wirkliche Heilsmacht Gottes.
Kräfte im Kosmos
Da haben wir:
- die Rotationskraft
- die Orbitalkraft
- die Gravitation
- die Zentrifugalkraft
Entsprechungen im Menschen
Der Rotation, der Drehung der Erde um ihre eigene Achse, entspricht die Selbstumdrehung des Menschen in der Individuation, der Selbstwerdung.Der Orbitalkraft, der Drehung der Erde um die Sonne und die Einfügung in ein größeres Ganzen, entspricht die Partizipation, die Teilnahme an etwas Größerem und die Einfindung in ein Gemeinwesen.
Der Gravitation, der Anziehungkraft der Erde, die den Menschen auf dem Boden hält, entsprechen die "Ziehkräfte", also diejenigen Kräfte im Menschen, die Bewahrung und Festhalten wollen.
Der Fliehkraft hingegen entsprechen alle Kräfte im Menschen, die weg wollen, die Wandlung wollen.
Diese Strebekräfte entspringen verschiedenen Ängsten im Menschen, z.B.:
- Das Streben nach Individualität entspringt der Angst vor dem Selbstverlust. Man möchte sich nicht verlieren in der Aufopferung für andere.
- Das Streben nach Partizipation entspringt der Angst vor der Isolation. Man möchte nicht vereinsamen.
- Das Streben nach Dauerhaftigkeit entspringt der Angst vor dem Wagnis. Man möchte lieber den vertrauten Status Quo beibehalten.
- Das Streben nach Erneuerung entspringt der Angst vor der Erstarrung, z.B. in Formalismus ohne Leben.
Zu jeder Strebung gehört eine Angst:
- Zur Strebung nach Selbstverwirklichung gehört die Angst vor dem Verlust des Dazugehörens, der Einsamkeit.
- Zur Strebung nach Gemeinschaft gehört die Angst vor Ausnutzung und Abhängigkeit.
- Zur Strebung nach Niederlassung gehört das Wissen um Ungewissheit und Vergänglichkeit.
- Zur Strebung nach Aufbruch gehört die Angst vor dem Abschied und der Loslösung.
Angst - Wahn und Wahrheit
Wahn kommt von wähnen und meint eine Überzeugung, die dem wohl bestätigten Wissen über eine Sache widerspricht und trotz gegenteiliger Belege aufrecht erhält.
Jemand wähnt dann seine persönliche Gewissheit so stark, dass er rationalen Argumenten nicht mehr zugänglich ist.
Die Wahrheit ist: Angst gehört zum Menschsein.
"Angst gehört unvermeidlich zu unserem Leben. In immer neuen Abwandlungen begleitet sie uns
von der Geburt bis zum Tod." (Fritz Riemann - Grundformen der Angst)
Jesus sagt es mit diesen Worten: "In der Welt habt ihr Angst." (Jh. 16, 33)
Wo kommt Angst her?
"Angst gehört zu unserer (gefallenen) Existenz. Sie ist eine Spiegelung unserer Abhängigkeiten
und des Wissens um unsere Sterblichkeit." (Fritz Riemann -Grundformen der Angst)
Von Jesus heißt es prophetisch: "Er ist hinweg genommen worden aus Angst und Gericht." (Jes. 53, 8) D.h. Jesus hat die Verwesung nicht gesehen, weil er ihr durch die Auferweckung entwischt ist.
Und "Christus ist nun auch ein Mensch geworden wie wir, um durch seinen Tod dem Teufel - als dem Herrscher über den Tod - die Macht zu entreißen. So hat er alle befreit, die aus Furcht vor dem Tod ihr ganzes Leben hindurch Gefangene des Teufels waren." (Heb. 2, 14+15)
Was ist Angst eigentlich?
"Es ist ein körperlich empfundenes Erleben (Unbehagen) des Unheimlichen und Bedrohlichen, dem man sich hilflos ausgeliefert fühlt und ein seelisches Erleben, das sich auf die Zukunft im Ganzen, auf das Dasein schlechthin bezieht
- mal gegenständlich, mal gegenstandslos." (Reinhard Tölle - Psychiatrie)
Wie geht man am besten mit Angst um?
Frage dich: "Wozu fordert mich meine Angst heraus?"
Statt die Entstehungsgeschichte zu erforschen, ist es sinnvoller einen 'Hinausweg' zu suchen, und zwar unter Anspannung aller verfügbaren Kräfte.
Worauf hat es die Angst abgesehen?
Es beginnt immer mit wenig Zutrauen (in sich, andere etc.) Dadurch kommt es eher zum Misslingen, Scheitern u.dgl. Schon traut man sich weniger bis gar nichts mehr zu. Das Selbstbewusstsein schwächt sich. Es kommt zu weiterem Versagen. Und zur fortschreitenden Auflösung des Selbst-, Ur- und Gottvertrauens.
Wo kein Vertrauen ist, da ist auch keine Liebe möglich. Ohne Selbstvertrauen keine gesunde Selbstliebe. Ohne Gottvertrauen keine Liebe zu Gott. Und das ist die Absicht der Teufels: Die Liebesfähigkeit kaputt zu machen.
Ein Teufelskreis
Am Anfang steht ein zufälliges unangenehmes (oder traumatisches) Ereignis. Das erzeugt Angst, nämlich, dass es wieder geschehen könnte. Was diese Angst nun tut. ist folgendes:
Sie fordert von uns ein Maß an Glauben, (- das uns von Gott gegeben ist. Dieses Glauben müssen wir nicht an die Angst vergeuden. Wir könnten sie z.B. auch wesentlich besser in das Wort Gottes oder Gott selbst investieren.) Wenn wir das aber nicht tun, wird folgendes geschehen:
Diese Erwartungsangst ihrerseits lässt den Betroffenen unsicher werden und verkrampft agieren. Und prompt passiert es wieder. Die Angst schnellt jetzt in gigantische Höhen empor, wächst zur Phobie heran. Diese produziert die Angstsymptome, wann immer die angstbesetzte Situation auftaucht. Der Geängstigte wähnt nun, dass er sich nur retten kann, indem er solche Situationen meidet. Aber je mehr er das tut, desto mehr verliert er seine Widerstandskraft gegen Ängste.
Darum merke: Du darfst Deiner Erwartungsangst keinen Glauben schenken!
Wie?
Lenke Deine Aufmerksamkeit ab auf andere, sinnvolle Inhalte, z.B. denke während Deiner Fahrt zum Zahnarzt, statt über die Schmerzen beim Bohren, besser über ein Geschenk für Deine Frau nach, das Du ihr kaufen und mitbringen könntest.
Nichts anderes hat David getan (Ps. 56, 4). "Ich preise Gott für sein helfendes Wort. Ich vertraue ihm und habe keine Angst: Was könnte ein Mensch mir schon tun?"
David wurde von Saul's Armee verfolgt. Die wollten seinen Tod. Da kann man schon Angst bekommen. Aber David hat seine Aufmerksamkeit dem Wort Gottes zugewandt und den Angst den Glauben entzogen und ihn stattdessen in das helfende Wort Gottes investiert. David hatte keinen Glauben zu vergeuden, geschweige denn an die Angst zu vergeuden.
Wahrlich, wahrlich ...
"Nicht die conditio ist die wahre causa,
sondern der zur conditio Stellung nehmende Mensch ist die wahre causa."
Diese Erkenntnis stammt von Viktor F. Frankl, der in vier KZs gesehen hat, wie Menschen in ein und derselben conditio ganz unterschiedlich dazu Stellung bezogen haben und entsprechend anders mit ihren Todesängsten umgehen konnten.
Es ist also nicht die Umwelt und ihr Verhalten, die einem Angst einjagen, sondern es die in einem Menschen liegende Angstbereitschaft.
Sie bewirkt, dass er sich so heftig davon ansprechen und dirigieren lässt. Man kann also zur Angst Stellung nehmen und z.B. sagen: "Angst, du kommst überraschend. Ich bin überhaupt nicht auf dich vorbereitet, ich hab' nicht die geringst Zeit für dich. Darum kann ich dir jetzt auch nicht zuhören, kann dir keine Aufmerksamkeit schenken und zum anderm werde ich dir nicht das kleinste Körnchen Glauben schenken. Den brauch' ich nämlich für Jesus."
Darum merke:
Gib Deiner Angst nicht noch Zuwachs, indem Du quälenden Gedanken Raum in Dir bereitest, in dem Wähnen, Du könntest Deine Angst mildern, wenn Du nur die Zusammenhänge erforschen und erkennen würdest.
Sobald Dich eine Angst befällt, erhebe Dich und such' Dir einen festen Stand, damit Du erfolgreich mit dem Wort Gottes niederringen kannst, was Dich da bedrohen will.
Und: Lass der Angst bloß keine Zeit, Dich zu fesseln.
Wahr ist, ...
... dass Du die Angst hast und nicht die Angst Dich. Nicht Du als Person gehörst der Angst, sondern die Angst als Gefühl gehört zu Dir.
Glaube fest, dass die geistliche Person, die Du in Christus bist, im Ewigen geborgen ist und sich zur Angst verhalten kann, d.h. zur Angst Stellung nehmen kann.
Keinen Raum den Ängsten!
Angst ist letztlich nur dort wirksam, wo Mangel an Vertrauen in die eigene Selbst- oder Daseinsberechtigung aufkommen konnte. Darum macht es keine Sinn, selbst an sich zu arbeiten, wenn Vertrauensmangel zu sich selbst besteht!
Also:
Wühle nicht in Deinen Ängsten! Errichte ihnen keinen Altar! Erinnere Dich stattdessen, was im Wort Gottes geschrieben steht: "Mitten in alldem triumphieren wir als Sieger mit Hilfe dessen, der uns so sehr geliebt hat.
Ich bin ganz sicher, dass nichts uns von seiner Liebe trennen kann ..., die uns verbürgt ist in Jesus Christus, unserem Herrn." (Röm. 8, 37+39)
In Christus bist Du eine neue Kreatur, d.h. Du bist mehr als das Ergebnis von Dingen, die Dir zugestoßen sind. Mit dem Heiligen Geist in Dir, kannst - und sollst Du auch - Deiner Angst im Namen Jesu Einhalt gebieten. Lach' Deinen Ängsten ins Angesicht. So bringst Du sie am schnellsten zum Welken. Denn nichts nimmt der Angst wirksamer den Wind aus den Segeln als eine humorvolle Stellung dazu.
Ein Wort der Warnung:
Der Unwille, sich mit der Schattenseite des Lebens, unserer Angst, auseinander zu setzen (d.h. sie zu bekämpfen), ist nicht ungefährlich. Vor allem deshalb nicht, weil derjenige, der vor ihr flüchtet - statt sie zu besiegen, sich paradoxerweise im Übermaß mit ihr beschäftigen muss. (Wolfram Kurz - Suche nach Sinn)
Sie wird auf Schritt und Tritt Dein Verfolger sein. Lass das nicht zu!
Mach's besser wie David:
"Wann immer ich Angst bekomme, setze ich mein Vertrauen auf dich." (Psalm 56, 4) Was David heir tut, ist, dass er der Angst den Glauben entzieht und ihn stattdessen in Gott setzt. Denn "Du lässt mein Lebenslicht strahlen, Herr. Du selbst, mein Gott, machst mir das Dunkel hell. Mit dir, mein Gott, erstürme ich Schutzwälle (ich muss keine Mutproben machen, aber ich könnte es), mit dir springe ich über Mauern." (Psalm 18, 29+30)
Vergeude Deinen Glauben nicht! Nicht an die Angst! Sondern setze ihn ganz in Gott! Bezieh' Stellung! Hol' Dir Dein Land zurück! Sag zur Angst: Bis hierher und nicht weiter! Nimm das Schwert des Wortes Gottes und bekämpfe die Angst im Namen des Herrn Jesus Christus!