Endlich dazu stehen - die Beichte
Die nachfolgenden Gedanken sind dem sehr empfehlenswerten Buch "Nachfolge feiern" von Richard Foster entnommen:
"Der Beginn der guten Werke ist das Bekenntnis der bösen Werke." - Augustinus
Im Herzen Gottes lebt der Wunsch zu vergeben, das Mittel hierzu ist die Beichte. Mit ihr beginnt die Heilung und Umwandlung uneres inneren Menschen.
Beichte ist deshalb eine so schwierige Sache für uns, weil wir die glaubende Gemeinde als eine Gemeinschaft von Heiligen ansehen, bis wir erkennen, dass es eine Gemeinschaft von Sündern ist... die in Gottes Projekt der Errettung aufgenommen worden sind.
Vielleicht haben wir manchmal gebetet, ernstlich um Vergebung gefleht, und obwohl wir hofften, dass uns vergeben worden ist, empfingen wir doch keine Erleichterung. Nun zweifeln wir an der Vergebung. Wir haben plötzlich Angst, dass wir vielleicht nur uns selbst, aber nicht Gott gebeichtet hätten. Die uns quälenden Sorgen und Verletzungen der Vergangenheit sind noch nicht geheilt. Zuweilen reden wir uns dann selbst ein, dass Gott zwar die Sünde vergibt, die Erinnerung daran aber nicht heile; aber tief innen sind wir davon überzeugt, dass das nicht alles sein kann. Andere haben uns gesagt, dass wir die Vergebung im Glauben annehmen und Gott nicht als Lügner hinstellen sollen. Da wir das natürlich nicht wollen, versuchen wir nun mit aller Macht, diese Gegebenheit im Glauben zu erfassen. Weil aber Not und Bitterkeit unser Leben weiterhin vergiften, verzweifeln wir aufs neue. Schließlich glauben wir, dass die Vergebung nur eine 'Fahrkarte zum Himmel' darstellt und unser jetziges Leben überhaupt nicht berührt, oder dass wir der vergebenden Gnade Gottes einfach nicht wert sind.
Aber: Gott hat uns Brüder und Schwestern geschenkt, die an Christi Statt neben uns stehen und uns die Gegenwart Gottes und seine Vergebung zur Wirklichkeit werden lassen.
Dietrich Bonhoeffer schrieb: "Wer vor dem Bruder seine Sünden bekennt, der weiß, dass er hier nicht mehr bei sich selbst ist, der erfährt in der Wirklichkeit des anderen die Gegenwart Gottes. Solange ich im Bekenntnis meiner Sünden bei mir selbst bin, bleibt alles im Dunkeln, dem Bruder gegenüber muss die Sünde ans Tageslicht."
Hier gibt es keinerlei Entschuldigung oder mildernde Umstände. Der einzelne muss bekennen, dass er durch seine eigenen schmerzlichen Fehler, sein eigenes Versagen, seine eigenen Sünden schuldig geworden ist. Man kann aber seine eigenen Sünden nicht als einen Justizirrtum hinstellen, und man kann sie auch nicht auf die Erziehung oder die Familie abwälzen oder gemeinde Nachbarn beschuldigen.
Für eine rechte Beichte sind dreierlei Dinge notwendig:
- Prüfung des Gewissen (obwohl uns die quälenden Dinge meist sogleich in den Sinn kommen)
- Trauer über die Sünde (denn wir werden jetzt 'verlieren', was die Sünde uns 'gegeben' hat)
- die Entschlossenheit mit der Sünde zu brechen (und Gott zu bitten, uns einen Widerwillen gegen ein nicht geheiligtes Leben zu schenken)