Endlich am Ende - Teil I : Sich der Wahrheit stellen

Jakob zockt Esau ab

Der Titel mag auf Anhieb vielleicht negativ klingen, aber "Endlich am Ende" heißt auch: Endlich Schluss damit, z.B. mit einer Sünde, mit der man schon längst hätte brechen sollen, oder Schluss mit dem Leugnen einer Schuld, oder Schluss mit einer bestimmten Angst, oder Schluss mit dem Davonlaufen vor der Wahrheit. Jakob hat seinen Bruder Esau abgezockt (siehe 1. Mo. 25,27 - 32,33). Das Erstgeburtsrecht ohne Mithilfe, den Erstgeburtssegen unter Mithilfe der Mutter. Dafür hat er aber da nicht nur den eigenen Bruder, sondern auch noch den eigenen Vater abgezockt. Esau mag dieses ganze unsichtbare und ungreifbare "geistliche Zeugs" nicht wirklichwas bedeutet haben, dennoch hatte es ihm zugestanden. Und sein Bruder hat es ihm abgeluchst. Das ist die Wahrheit, wie auch immer man das drehen und wenden will.

Esau war stinksauer - zurecht! - und Jakob musste um sein Leben flieh'n. Dann kam die Ernte von dem, was er gesät hatte: Sein Onkel Laban hat ihn abgezockt, aber so richtig. Da fand er seinen Meister. Und schließlich merkte er, dass der ergaunerte Segen in der Fremde nicht wirkt. Er musst zurück in seine Heimat. Da , wo er hingehörte. Und dazu war es nötig, sich mit Esau wieder zu vertragen. Das war wohl nach so langer Zeit auch denkbar und möglich. Und er fädelte es sehr geschickt ein (siehe 1. Mo. 32, 1-24)

Aber Gott hatte da noch eine offene Rechnung: Der wollte Jakob nicht "auf die geschmeidige Art" durchkommen lassen. Und so stellte er Jakob in Gestalt eines Engels. Der Kampf ging die ganze Nacht lang. Jakob wollte sich nicht beugen. Erst als der Engel ihm die Hüfte ausrenkte, war Jakob "endlich am Ende" (und auch bei uns muss oftmals erst was aus den Fugen geraten, bis wir Farbe bekennen).

Ob wir es wollen oder nicht, irgendwann muss sich jeder der Wahrheit stellen und die hat einen Namen: Jesus. Er ist die Wahrheit (siehe Joh. 14, 6). Sich der Wahrheit zu stellen, ist nicht mehr oder weniger als sich Jesus zu stellen.


Auch Gemeinden müssen sich der Wahrheit stellen

So z.B. die Gemeinde in Sardes, da heißt es im Text der Volxbibel: "Schreib mal dem Engel der Gemeinde in Sardes Folgendes: Jetzt kommt eine Nachricht von dem, der die sieben Geister Gottes unter sich hat und die sieben Sterne in seiner Hand hält.

geistlich tot Ich weiß genau, was du so treibst. Ich weiß auch, dass man erzählt, du wärst eine richtig lebendige Gemeinde. Aber in Wirklichkeit bist du tot!

Jetzt wach endlich auf! Und weck die anderen Leute in deiner Umgebung auf, die auch noch fest schlafen. Denn so, wie du bis jetzt gelebt hast, bist du bei Gott unten durch.

Hast du denn schon wieder vergessen, wie alles losging, als du Gott das erste Mal gehört und ihm auch geantwortet hast? Halte diese Worte fest, verlier sie nicht wieder! Komm zu mir zurück! Wenn du nicht aufwachst, dann werde ich ganz plötzlich vor der Tür stehen, unerwartet und so wie ein Dieb.

Trotzdem gibt es selbst bei euch in Sardes einige, die sich nicht in der Welt dreckig gemacht haben. Sie werden immer bei mir sein und ganz weiße Kleidung tragen, weil sie es wert sind.

Alle, die durchziehen und so gegen das Böse gewinnen, werden diese weiße Kleidung anziehen. Ich werde ihre Namen nicht aus dem Buch löschen, in dem alle stehen, die leben werden. Ich werde mich vor meinem Vater und seinen Engeln zu ihnen stellen!

Passt auf, und hört gut zu, was Gott den Gemeinden zu sagen hat!"

Es ist erschreckend, wie leicht und schnell man in der Beziehung zu Jesus aus der Höhe der Lebendigkeit in die Tiefe der Oberflächlichkeit abgleiten kann. Und dann findet statt einer lebensverändernden Interaktion nur noch ein sinn- und erlebnisentbehrendes Ritual statt. Traurig! Aber leider nur oft wahr.

Die Formen sind noch da, aber das Herz darin fehlt. Statt einer geistlichen Echtheit gibt es nur noch eine unglaubwürdige Gekünsteltheit.


Was hat Gott dieser Gemeinde zu sagen?

das Herz wenden

  1. Ich halte dich - ja, auch dich - in meiner Hand, selbst wenn dein aktueller Zustand grad erbärmlich ist.

  2. Es gibt nichts zu loben und es gibt nichts zu tadeln (wie bei den anderen Gemeinden), weil da kein Leben ist, du bist tot: Entweder in deinen Übertretungen (siehe Eph. 2,1) oder weil der Glaube untätig ist (siehe Jak. 2, 17-26).

  3. Wach' selbst auf und dann weck' die anderen auch auf, denn es herrscht Unvollständigkeit; da fehlt etwas.

  4. Kehr' um! Aber nicht nur äußerlich, sondern wende dich! Wende dein Herz! Wende es mir wieder zu!

  5. Du bist nicht allein. Selbst bei Euch gibt es einige, die sich nicht von der Welt haben einnehmen lassen.

  6. Zieh's durch! Ring' dich durch! Lass nicht locker, bis du durch bist!


Schlussfragen


Endlich am Ende - Teil II: Nach Hause kommen

Um die Predigt von Gisela Ruffer anzuhören, bitte hier klicken.

Einen Moment Geduld: Es dauert ein wenig bis es los geht.


Endlich am Ende - Teil III: Erlernte Hilflosigkeit

Paulus beschreibt in Röm. 7, 18+19 einen Zustand erlernter Hilflosigkeit: "Wir wissen genau: In uns selbst, so wie wir der Sünde ausgeliefert sind, lebt nicht die Kraft zum Guten. Wir bringen es zwar fertig, uns das Gute vorzunehmen; aber wir sind zu schwach, es auszuführen. Wir tun nicht das Gute, das wir wollen, sondern gerade das Böse, das wir nicht wollen."

Mit anderen Worten: Wir sind Opfer, "der Sünde ausgeliefert" ... "wir sind zu schwach".

In Kapitel 8 erläutert Paulus die Alternative zum "Opfer-Sein" - Gegnerschaft: der Sünde in der Kraft des Geistes entgegen treten.


Was ist erlernte Hilflosigkeit?

Jemand hat ein Bedürfnis, einen Wunsch. Der wird ihm verwehrt, egal was und wie er es auch probiert. Er macht die negative, unangenehme und schmerzhafte Erfahrungen, dass er nicht bekommt, was er will und entwickelt daher die Einstellung, keine Macht zu haben, ohne Kontrolle, also hilflos zu sein. Er denkt sich: "Das hat eh alles keinen Sinn" ... "Da kann man nichts machen" ... "Ich bin zu schwach" (oder zu gutmütig oder zu nachgiebig) ... "Es ist aussichtslos" ...

Als Folge dieser vermeintlichen Hilflosigkeit resgigniert er und unternimt nichts mehr, um seine Situation zu verändern. Depressiv und apathisch nimmt er schließlich die Dinge so hin wie sie sind. Wer in einem Zustand erlernter Hilflosigkeit lebt, sieht sich selbst als das Problem und seine generelle Lebenssituation als nicht veänderbar. Obwohl er etwas ausrichten könnten, bleibt er passiv, da er glaubt, hilflos zu sein.

Aber das stimmt in den meisten Fällen nicht. Erlernte Hilflosigkeit ist keine echte Hilflosigkeit und erst recht keine Hilfabwesenheit.


Zwei Lebensmuster erlernter Hilflosigkeit

Das Lebensmuster eines schlechten Selbstbewusstseins Das Lebensmuster der Anerkennung um jeden Preis


Kennzeichen dieser beiden Lebensmuster

endlich am Ende


Wo hält sich Deine erlernte Hilflosigkeit versteckt?

Zugangsfragen:

Dort wo Du am Ende bist - und es zugibst - wartet echte Hilfe auf Dich!

Oder hegst Du noch die Illusion, "es" selbst in den Griff zu bekommen?



Die Illustrationen rechts und unten sind von Max Spring.

eine Illusion