Zur Zeit beschäftigen wir uns mit dem Herz des Menschen und da momentan mit diesem Thema:
Die Entwürfe des Herzens
Eine biblische Betrachtung über das menschliche Herz
Spr. 16, 1: "Die Entwürfe des Herzens sind (Eigentum) des Menschen ..."
Hi. 17, 11: "Meine Tage sind vorüber, zerrissen sind meine Pläne, das Eigentum meines Herzens."
Das hebr. Wort ma'arak bedeutet soviel wie Plan, Komposition, Entwurf, Aufbereitung, Arrangement o.dgl.
Ps. 139, 1,2+23: "HERR, du hast mich erforscht und erkannt ... Du verstehst meine Gedanken von ferne ... Erforsche mich, Gott, und erkenne mein Herz; prüfe mich und erkenne meine Gedanken!"
Was heißt das nun?
Es heisst erstens, dass die Entwürfe und Arrangements des Herzens nicht vom HERRN kommen. Denn Gott muss bzgl. der inneren Vorgänge im Herzen dder Menschen erst eine intensive Nachforschungsarbeit leisten, bevor er diese abwägen kann.
Spr. 21, 2: "Der HERR wägt die Herzen." Das hebr. Wort takan bedeutet nachgrübeln, abschätzen usw.
Zweitens bedeutet das aber nicht, dass der Mensch auch alles tun und lassen kann, was er will. Zwar ist das Wollen und Lassen im Herzen so sehr allein die Sache des Menschen, dass hier sogar für Gott ein vorerst unbekanntes Gebiet vorliegt, das er erst durch seinen Geist erforschen muss. Aber schon nicht einmal mehr das Aussprechen eines Gedanken ist alleine Sache des Menschen. Er kann nicht einmal sagen kann, was er denkt, ohne Gottes Zustimmung. (siehe Spr. 16, 1 zweiter Teil)
Weitere Schriftstellen:
Spr. 16, 9: "Das Herz des Menschen erdenkt seinen Weg, aber der HERR lenkt seine Schritte."
Jer. 10, 23: "Ich weiß, HERR, dass nicht beim Menschen sein Weg steht."
Jes. 8, 10: "Beschließet einen Ratschlag, und er soll vereitelt werden; redet ein Wort, und es soll nicht zustande kommen; denn Gott ist mit uns."
Röm. 7, 18+19: "Das Wollen ist bei mir vorhanden, aber das Vollbringen dessen, was recht ist, finde ich nicht. Denn das Gute, das ich will, übe ich nicht aus, sondern das Böse, das ich nicht will, dieses tue ich."
Ergo: Der Mensch kann nur wollen, was er will, aber nicht tun, was er will.
Wo ein Wille, da ein Weg
Das gilt nur für Gott!
Ps. 33, 10+11: "Der HERR macht zunichte den Ratschluss der Nationen, er vereitelt die Gedanken der Völker. Aber der Ratschluss des HERRN besteht ewiglich, die Gedanken seines Herzens von Geschlecht zu Geschlecht."
Wie ist das beim ungläubigen Menschen?
Er kann zwar wollen, was er will, (im Herzen!) ber Gott bewilligt oder verwehrt ihm das Tun. (siehe Hi. 1 und Spr. 16, 33) Das Bild der Lostrommel ist hier ein guter Vergleich: Da werden Gedanken hin und her bewegt, als ob das, was geschehen soll, einzig davon abhängig wäre, und siehe da: Es kommt anders als man denkt.
Spr. 19, 21: "Viele Gedanken sind in dem Herzen eines Mannes; aber der Ratschluss des HERRN, er kommt zustande."
Wie ist das beim gläubigen Menschen?
Das Wollen und Nicht-Können geht solange, bis der Eigenwille des ungläubigen und verstockten Menschenherzens zerbricht. (siehe Pharao - 2. Mo. 12, 29-32) Dann bittet Gott: "Gib mir, mein Sohn, dein Herz." (Spr. 23, 16)
Wenn er das tut, bekommt er von Gott ein reines Herz und einen neuen, festen Geist. (Ps. 51, 10)
Er ist dann ein wiedergeborener Mensch, der von neuem geboren ist, "nicht aus Geblüt, noch aus dem Willen des Fleisches, noch aus dem Willen des Mannes, sondern aus Gott." (Joh. 1, 13) Er ist "eine neue Schöpfung; das Alte ist vergangen, siehe, alles ist neu geworden." (2. Kor. 5, 17)
Gott bewirkt nun in ihm das Wollen, (Phil. 2, 13) und er kann nun nicht mehr wollen wie früher. Paulus beschreibt das in Röm. 7, 22: "Ich habe Wohlgefallen an dem Gesetz Gottes nach dem inneren Menschen."
Ja, er möchte das Gesetz gerne erfüllen, kann es aber nicht. Der Geist (im Innern) ist zwar willig, aber der äußere Mensch (das Fleisch) ist zu schwach. (Mat. 26, 41) Und das, weil immer noch die Sünde in seinen Gliedern wohnt. (Röm. 7, 20 + 23)
Der gesetzliche Christ
Er erlebt diesen frustrierenden Zustand, dass er mit all den äußeren Kräften seines Fleisches (das ist der alte Mensch) das Wollen seines erneuerten Herzens (das ist "der verborgene Mensch des Herzens" - 1. Pet. 3, 4) nicht vollbringen kann. Paulus beschreibt es in Röm. 7, 25 so: "Ich diene nun mit dem (erneuerten) Sinne dem Gesetz Gottes, mit dem Fleische aber dem Gesetz der Sünde."
Und was tut Gott?
Weil Gott das Herz des Menschen ansieht, bezeugt er dem Christen, dass dieser gerechtfertigt ist, weil er von Herzen das Gott wohlgefällige tun will. (Röm. 8,1) Zum anderen wacht er mit seinem Geist darüber, dass das Vollbringen so nicht zustande kommt. Gal. 5, 17: "Das Fleisch gelüstet wider den Geist, der Geist aber wider das Fleisch; diese aber sind einander entgegengesetzt, auf dass ihr nicht das tut, was ihr wollt."
Und wie lange geht das so?
Solange der Mensch selbst der Handelnde sein will! "Darf die Axt sich rühmen wider den, der damit haut? Oder die Säge sich brüsten wider den, der sie zieht?" (Jes. 10, 15) Jesus sagt dasselbe in Joh. 15, 5: "Ohne mich könnt ihr nichts tun."
Gott möchte auch das Vollbringen wirken! (siehe Phil. 2, 13)
Befiehl dem HERRN
Spr. 16, 3: "Befiehl dem HERRN deine Werke, und deine Gedanken werden zustande kommen."
Ps. 37, 5: "Befiehl dem HERRN deinen Weg und vertraue auf ihn! Und er wird handeln."
Das hebr. Wort galal, das hier mit "befiehl" übersetzt wird, bedeutet: "Rolle es aus vor dem Herrn."
Also mach' Dir ein Blatt Papier zu einer Rolle und schreibe auf:
Was soll zustande kommen?
Hast Du Dich es schon vor Gott ausgerollt? Hast Du es ihm schon anbefohlen! Dann aber nix wie los!
Gebet:
HERR, mein Gott,
ich danke Dir, dass Du in mir das Wollen und das Vollbringen bewirkst.
Ich weiß, JESUS,
dass ich ohne Dich nichts tun kann.
Darum geb' ich mich jetzt neu an Dich hin
und bitte Dich für alles, was ich heute tun soll,
dass Du mir die Kraft dazu gibst.
Amen.