Die Kräfte des Evangeliums

Der Tisch ist gedeckt

Das sind die fünf "G":

Die gibt's am "Tisch des Herrn". Das war im AT der Altar, quasi buchstäblich der Tisch des Herrn, von dem der Priester seine physische Nahrung erhielt. Somit ist im tatsächlichen (nicht buchstäblichen) Sinne der "Tisch des Herrn" die Fürsorge des Herrn für sein Volk, wie es David in Ps. 23,5 ausdrückt oder wie es auch Ps, 78,19+20 sagt.

Anmerkung: Beim "Tisch des Herrn" ist der Gedanke der Gemeinschaft mit Christus und allen Gläubigen dominierend (siehe 1. Kor. 10,16-18+20-21+30). Der vorwiegende Gedanke beim "Mahl des Herrn" ist Gedächtnis und Verkündigung (siehe 1.Kor. 11, 24-26).


1.) Gottes Wort

Bibellese Röm. 10, 17: "Also ist der Glaube aus der Verkündigung, die Verkündigung aber durch Gottes Wort."
Ohne Gottes Wort ist kein Glaube möglich. Denn Gottes Wort erst verschafft dem Glauben die Gewissheit, die er braucht.

Was ist Gewissheit? Gewissheit ist die höchste Stufe des Für-Wahr-Haltens. Nur mit Gewissheit kann man wie Luther in Worms sagen: "Hier stehe ich und kann nicht anders! Gott helfe mir, Amen!"

1. Joh. 2, 14: "Ich habe euch, Jünglinge, geschrieben, weil ihr stark seid und das Wort Gottes in euch bleibt und ihr den Bösen überwunden habt."

Gottes Wort macht stark gegen den Bösen, denn es ist eine mächtige Waffe im geistlichen Kampf.

Eph. 6, 17: "Nehmet auch den Helm des Heils und das Schwert des Geistes, welches Gottes Wort ist."

In den Propheten steht immer wieder die Wortfolge "Das Wort des Herrn über ..."

Wenn wir das Wort des Herrn über uns hören möchten, dann müssen wir immer wieder unter das Wort kommen, unter die Lehre kommen und unter die Predigt kommen, so wie es von der ersten Christengemeinde in Jerusalem aufgezeichnet ist: (Apg 2, 42) "Sie verharrten aber unter der Lehre der Apostel ...


2.) Glaube

Luther in Worms Röm. 3, 22: "Die Gerechtigkeit, die vor Gott gilt, kommt durch den Glauben an Jesum Christum zu allen und auf alle, die da glauben."

Mit anderen Worten: Ohne Glaube gibt es keine Gerechtigkeit, die vor Gott gilt. Ohne Glaube gibt es auch keinen Beziehungsfrieden mit Gott.

Röm. 5, 1: "Da wir nun gerechtfertigt worden sind aus Glauben, so haben wir Frieden mit Gott durch unseren Herrn Jesum Christum." Erst die Gerechtigkeit aus Glauben bringt unser gequältes Gewissen zur Ruhe.

Heb. 9, 22: "... so laßt uns hinzutreten mit wahrhaftigem Herzen, in voller Gewissheit des Glaubens, die Herzen besprengt und also gereinigt vom bösen Gewissen ..."

Nur die Gewissheit des Glaubens, nämlich die Gewissheit, dass Gott mir die Gerechtigkeit Christi zugerechnet hat, reinigt das Herz vom bösen Gewissen.

Was vermag Glaube noch?


3.) Gebet

Beten hilft Gebet ist, wenn ein Mensch sich an Gott wendet (Anrufung). Gebet ist sprechender Glaube. Und Glaube will beten.

Gal. 4, 6: "Weil ihr aber Söhne seid, so hat Gott den Geist seines Sohnes in unsere Herzen gesandt, der da ruft: Abba, Vater!"

Wenn der Geist Gottes in Dein Herz gekommen ist, dann betet es in Dir. Und wenn das schon so ist, dann kannst Du dem auch Stimme verleihen.

Ps. 50, 15: "Und rufe mich an am Tage der Bedrängnis: ich will dich erretten, und du wirst mich verherrlichen!"

Mit anderen Worten: Die übernatürliche Hilfe Gottes ist meist nur ein Gebet weit entfernt. So hat es auch Jesus gelehrt: "Und ich sage euch: Bittet, und es wird euch gegeben werden; suchet, und ihr werdet finden; klopfet an, und es wird euch aufgetan werden. Denn jeder Bittende empfängt, und der Suchende findet, und dem Anklopfenden wird aufgetan werden." (Luk. 11, 9+10) Umgekehrt heißt das aber auch: Wer nicht betet und bittet, wird kaum etwas empfangen.

Gebet ist unabhängig von der Gebetsform. Da gibt es viele, z.B.:


4.) Gemeinschaft

zusammenstehen Die Gemeinde Jesu Christi ist eine Schicksalsgemeinschaft, die durch die emotionalen (Liebe, Freude etc.) und geistlichen (Taufe, Geisttaufe und Abendmahl) Bindekräfte mit einem starken Zusammengehörigkeitsgefühl (Wir-Gefühl, Leib Christi) ausgestattet worden ist.

1. Joh. 1, 3: "... unsere Gemeinschaft mit dem Vater und mit seinem Sohne Jesu Christo."

1. Kor. 1, 9: "Gott ist treu, durch welchen ihr berufen worden seid in die Gemeinschaft des Christus ..."

1. Kor. 10, 16: "Der Kelch der Segnung, den wir segnen, ist er nicht die Gemeinschaft des Blutes des Christus? Das Brot, das wir brechen, ist es nicht die Gemeinschaft des Leibes des Christus?

Darum geht's also: Um die Gemeinschaft mit Christus, mit dessen Blut und dessen Leib.

1. Joh 1, 7: "Wenn wir aber in dem Lichte wandeln, wie er in dem Lichte ist, so haben wir Gemeinschaft miteinander, und das Blut Jesu Christi, seines Sohnes, reinigt uns von aller Sünde."

Die Gemeinschaft des Christus ist eine Gemeinschaft im Licht. Nur da gibt es echte Gemeinschaft und fortwährende Reinigung von Sünde.


5.) Geben

Geben ist seliger Geben ist zu allererst Besitz, Ertrag, Geld usw. geben. Denn nichts nimmt unser Herz leichter in Beschlag als der "schnöde Mammon", hinter dem sich in Wahrheit eine dämonische Macht verbirgt, der den Menschen zum Geiz verführt.

Geben kann man auf vier verschiedene Arten:

  1. Früh-alttestamentlich: 1. Mo. 14, 18-23: "Und Melchisedek, König von Salem, brachte Brot und Wein heraus; und er war Priester Gottes, des Höchsten. Und er segnete ihn und sprach: Gesegnet sei Abram von Gott, dem Höchsten, der Himmel und Erde besitzt! Und gepriesen sei Gott, der Höchste, der deine Feinde in deine Hand geliefert hat! Und Abram gab ihm den Zehnten von allem. Und der König von Sodom sprach zu Abram: Gib mir die Seelen, und die Habe nimm für dich. Und Abram sprach zu dem König von Sodom: Ich hebe meine Hand auf zu Jehova, zu Gott, dem Höchsten, der Himmel und Erde besitzt: Wenn vom Faden bis zum Schuhriemen, ja, wenn ich irgend etwas nehme von dem, was dein ist...! Auf dass du nicht sagest: Ich habe Abram reich gemacht.

    Geben ist hier tiefe Dankbarkeit für empfangenen Segen und das Wissen um den, der mich wirklich reich gemacht hat.

  2. Spät-alttestamentlich: 5. Mo. 14, 22+23: "Du sollst treulich verzehnten allen Ertrag deiner Saat, die aus dem Felde erwächst, Jahr für Jahr. Und du sollst essen vor Jehova, deinem Gott, an dem Orte, den er erwählen wird, um seinen Namen daselbst wohnen zu lassen, den Zehnten deines Getreides, deines Mostes und deines Öles, und die Erstgeborenen deines Rind- und deines Kleinviehes, auf daß du Jehova, deinen Gott, fürchten lernest alle Tage."

    Geben ist hier Gehorsam gegenüber dem Gebot Gottes und Ehrfurcht vor dem Herrn.

  3. Nach-alttestamentlich: Mal. 3, 8: "Darf ein Mensch Gott berauben, dass ihr mich beraubet? Und ihr sprechet: Worin haben wir dich beraubt? In dem Zehnten und in dem Hebopfer."

    Geben ist hier das Auslassen von Geben. Es geschieht nicht mehr. Aus dem Geben wurde ein Berauben.

  4. Neutestamentlich: Luk. 6, 38: "Gebet und es wird euch gegeben werden: ein gutes, gedrücktes und gerütteltes und überlaufendes Maß wird man in euren Schoß geben; denn mit demselben Maße, mit welchem ihr messet, wird euch wieder gemessen werden."
    Mit anderen Worten: Verdiene soviel Du kannst. Spare soviel Du kannst. Gib soviel Du kannst.

    Geben ist in zweiter Hinsicht Zeugnis geben.

    Zeugnis geben Apg. 10, 42+43: "Und er hat uns befohlen, dem Volke zu predigen und ernstlich zu bezeugen, daß er der von Gott verordnete Richter der Lebendigen und der Toten ist. Diesem geben alle Propheten Zeugnis, daß jeder, der an ihn glaubt, Vergebung der Sünden empfängt durch seinen Namen."

    Nicht jeder ist ein Prediger des Evangeliums, aber jeder, der ein Nutznießer des Evangeliums geworden ist, kann das einem anderen bezeugen, oder?

    Geben ist aber auch Rechenschaft geben.

    Röm. 14, 10-12: "Du aber, was richtest du deinen Bruder? Oder auch du, was verachtest du deinen Bruder? Denn wir werden alle vor den Richterstuhl Gottes gestellt werden. Denn es steht geschrieben: 'So wahr ich lebe, spricht der Herr, mir soll sich jedes Knie beugen, und jede Zunge soll Gott bekennen'. Also wird nun ein jeder von uns für sich selbst Gott Rechenschaft geben.


    Das sind die wichtigsten Kräfte des Evangeliums. Von denen leben wir. Man könnte es vielleicht so sehen. Das Wort Gottes ist unsere geistliche Nahrung. Der Glaube ist unser geistlicher Stoffwechsel. Das Gebet ist unser geistliches Fitness-Programm. Die Gemeinschaft ist unsere geistliche Brotzeit. Und dann geht's wieder ab an die Arbeit: Geben.

    Das klingt nach geistlicher Gesundheit mit guter Ernährung und ausreichend Bewegung.