Die Himmelreichs-Gleichnisse in Mat. 13
nach einem Seminar mit Andrea G. Xandry

Andrea Giorgio Xandry Jesus redete die ersten Gleichnisse vor einer großen Zuhörerschaft (V. 2), und die späteren vor einer kleineren Zuhörerschaft. (V. 36) Ähnlich sind auch die Inhalte der Gleichnisse:
Gleichnisse:

griech. parabole =der Daneben-Wurf; der (Ent-)wurf, der daneben gelegt wird - z.B. neben die Entwürfe meines Herzens (Spr. 16, 1); Näheres dazu finden Sie hier.

Himmelreich:

griech. he basilea ton ouranon = die Herrschaft des Himmels oder der Himmel; da gibt es nicht nur gute, sondern auch un-gute Wesen (siehe z.B. 1. Kö. 22, 19-23)


From outer Space

Was Jesus hier in den Gleichnissen redet, ist von einer anderen Welt. Es ist uns fremd. Also, wie sollen wir das verstehen, was uns fremd ist? Das greift Jesus mit dem Eingangsgleichnis vom vierfachen Ackerfeld auf.

griech. suniemi = verstehen im Sinne von: "da ist ein Gedanke, den ich so noch gar nicht kenne, der mir fremd ist und den ich jetzt entweder ablehnen kann - dann war's das - oder mit dem ich mich weiter auseinander setzen und befassen kann, auch wenn er meine bisherigen Gedankenwelten durcheinander bringt - aber womöglich weiß ich naher mehr als jetzt
der Sämann sät guten Samen
der WEG-Typ:
der FELSEN-Typ:
der DORNEN-Typ:
der GUTES-LAND-Typ:


Das Gleichnis vom Unkraut

Einige hilfreiche Schlüsselfragen sind:


Mat. 13, 24+25: "Das Reich der Himmel ist einem Menschen gleich, der guten Samen auf seinen Acker säte.Während aber die Menschen schliefen, kam sein Feind und säte Unkraut mitten unter den Weizen und ging hinweg."
Baum des Lebens mit dem Baum der Erkenntnis des Guten und des Bösen
griech. ana mesos = mitten oben drauf in einer entzweienden Weise;
d.h. also eine sehr gezielte Auspflanzung

1. Mo. 2, 9: "den Baum des Lebens in der Mitte des Gartens, und den Baum der Erkenntnis des Guten und Bösen" Vermischung ist Gott ein Greuel: 3. Mo. 20, 15+16: "Und wenn ein Mann bei einem Vieh liegt, so soll er gewißlich getötet werden, und das Vieh sollt ihr umbringen. Und wenn ein Weib sich irgend einem Vieh naht, um mit ihm zu schaffen zu haben, so sollst du das Weib und das Vieh umbringen; sie sollen gewißlich getötet werden, ihr Blut ist auf ihnen."

3. Mo. 19, 19. "Meine Satzungen sollt ihr beobachten. Dein Vieh von zweierlei Art sollst du sich nicht begatten lassen; dein Feld sollst du nicht mit zweierlei Samen besäen, und ein Kleid, aus zweierlei Stoff gewebt, soll nicht auf dich kommen."

Es geht um die Vermischung von zweierlei Spezies bzw. Arten, nicht jedoch um eine Vermischung innerhalb der Art wie z.B. das Öl der heiligen Salbung (2. Mo. 30, 25) oder auch das Räucherwerk .(2. Mo. 30, 35)

Scheiden ist ein zentrales Werk Gottes: Deutungen:


Das Gleichnis vom Senfkorn

lautes Vorgelgezwitscher in den Zweigen

"Das Reich der Himmel ist gleich einem Senfkorn, welches ein Mensch nahm und auf seinen Acker säte; das zwar kleiner ist als alle Samen, wenn es aber gewachsen ist, so ist es größer als die Kräuter und wird ein Baum, so dass die Vögel des Himmels kommen und sich niederlassen in seinen Zweigen." (V. 31+32)


Hier haben wir es wieder mit einer Vermischung zu tun: die "vogel-igen" Christen nisten sich in den "Auswüchsen des Glaubens" ein. Das kann geschehen, wenn eine Gemeinde zu groß wird. Und so wie es in solchen Bäumen irrsinnig laut ist vor lauter Vögel, so sind solche Gemeinden auch oft sehr "laute" Gemeinden.

An Ihren Vögeln wird man sie erkennen!


Das Gleichnis vom Sauerteig

Sauerteig hat keine gute Bedeutung. Jesus warnt "vor dem Sauerteig der Pharisäer und Sadducäer" (Mat. 16. 11+12), weil sie mit ihrer Lehre das Offenliegende (= Mehl) des Heilsplanes Gottes den Menschen "sauer" machen durch hunderterlei Gesetze.
Jesus sagt sogar: "Ihr verschließt das Reich der Himmel vor den Menschen; denn ihr gehet nicht hinein, noch laßt ihr die Hineingehenden eingehen."

Das Weib könnte als ein Hinweis auf Babylon verstanden werden, "die Mutter der Huren und der Greuel der Erde" (Off. 17, 5), "welche das Königtum hat über die Könige der Erde" (Off. 17, 18), die "eine Behausung von Dämonen geworden und ein Gewahrsam jedes unreinen Geistes und ein Gewahrsam jedes unreinen und gehaßten Vogels" ist (Off. 18, 2), mit der "die Könige der Erde Hurerei getrieben haben und die Kaufleute der Erde sind durch die Macht ihrer Üppigkeit reich geworden." (Off. 18, 3)


Das Gleichnis vom Schatz im Acker

eine besonders kostbare Perle


Der Schatz sind alle die, die der Vater für den Sohn "auserwählt hat in ihm vor Grundlegung der Welt" (Eph. 1, 4) und deren "Leben ist verborgen mit dem Christus in Gott" (Kol. 3, 3) Für diesen Schatz ging Jesus "vor Freude darüber hin und verkauft alles, was er hat, und kauft jenen Acker." (V. 44)


Das Gleichnis vom Perlenhändler

Hier haben wir es mit einer Sucherei und einem Suchenden zu tun, wohingegen der Schatz im Acker vorgefunden wurde.

"verkaufte alles, was er hatte" (V. 46) bedeutet soviel wie: "Der Arzt verkaufte nicht nur seine Medikamente, seine Instrumente und sein Inventar, sondern er löste sein Praxis auf und macht jetzt etwas ganz anderes.
Es betrifft also nicht nur die Passion, sondern auch die Profession und damit auch ein Stück der Identität.


Das Gleichnis vom Schleppnetz

Das Meer kann das Völkermeer sein, aber auch das Meer, welches die Toten wieder hergeben muss. (Off. 20, 13)

"die Guten in Gefäße" (V. 48) könnte z.B. auch bedeuten, dass die toten Seelen von Gut-Menschen hier in neue (Blut-)Gefäße und damit zum Leben gebracht werden, denn "im Blut ist das Leben". (5. Mo. 12, 23)