Hören wie ein Jünger hört (Teil I)
Viele Menschen sind Sklaven ihrer Befindlichkeit. Sie fühlen sich unwohl, und meist gibt es auch einen trifftigen Grund
dafür: Überarbeitung, Stress, Erschöpfung, Ärger, Anspannung, um nur einige zu nennen. Der häufigste Grund jedoch ist,
dass sie nicht gehört haben. Tja, wer nicht hören will muss fühlen, hat schon
meine Mamma immer gesagt. Und da ist was dran.
Gott aber möchte, dass es uns wohl ergehe (siehe 3. Joh. 3) Seine Absichten für unser Leben hier auf Erden ist, dass es
so aussehen soll, wie David es in Ps. 23, 6 beschreibt: "Gutes und Barmherzigkeit werden mir folgen mein Leben lang."
Gehorsam ist der Schlüssel
Die meisten Menschen haben mit irgendeiner Speise negative Assoziationen, manche z.B. mit Pilzen, andere mit
Gemüse, Spinat etc. Wir mögen einfach nicht, was uns nicht schmeckt. Und nur weil uns jemand sagt, dass es gut und
gesund für uns ist - und in der Tat glauben wir das ja auch -, bedeutet das noch lange nicht, dass wir es schlucken. Die
Sache ändert sich erst, wenn wir in akuter Not sind, z.B. wenn sonst nichts mehr zu essen da ist. Und wenn sonst nichts
mehr hilft, dann schlucken wir selbst die bitterste Medizin.
Mit geistlichen Dinge ist es ähnlich, z.B. mit dem Gehorsam. Uns wird schon anders, wenn wir das Wort nur hören. Wenn
Worte schmecken würden wie Speise, dann wäre das Wort "Gehorsam" schlimmer wie Lebertran. Dabei geht es primär
darum, dass es Dir wohl gehe. Das ist die Verheißung, die am häufigsten der
Aufforderung zu hören und zu gehorchen folgt.
Spr. 3, 1+2: "Mein Sohn, vergiss meine Weisung nicht, und dein Herz behalte meine Gebote, denn sie werden dir langes
Leben bringen und gute Jahre und Frieden."
Spr. 4, 1-4: "Hört, meine Söhne, die Mahnung eures Vaters; merkt auf, dass ihr lernt und klug werdet! Denn ich gebe euch
eine gute Lehre; verlasst meine Weisung nicht. Denn als ich noch Kind in meines Vaters Hause war, ein zartes, das einzige
unter der Obhut meiner Mutter, da lehrte er mich und sprach: Lass dein Herz meine Worte aufnehmen; halte meine
Gebote, so wirst du leben."
Spr. 4, 20-22: "Mein Sohn, merke auf meine Rede und neige dein Ohr zu meinen Worten. Lass sie dir nicht aus den Augen
kommen; behalte sie in deinem Herzen, denn sie sind das Leben denen, die sie finden, und heilsam ihrem ganzen Leibe."
Gesagt ist noch nicht gehört.
Gehört ist noch nicht verstanden.
Verstanden ist noch nicht einverstanden.
Einverstanden ist noch nicht danach gehandelt.
Einmal danach gehandelt ist noch nicht beibehalten.
Das Ziel ist aber erst erreicht, wenn wir die Worte im Herzen behalten.
Ein gutes Leben hier auf Erden funktioniert nicht ohne Gehorsam
Es ist wie mit dem Fluglotsen und dem Kaptitän des Fliegers: Nicht-Hören birgt
Gefahren und hat meist verheerende Konsequenzen.
Stell' Dir vor, Du hast eine Bombe zu entschärfen und der absolute Experte sagt Dir über Funk ins Ohr, dass er es schon
mal mit so einem Ding zu tun hatte. Er sagt Dir, dass Du den grünen Draht durchschneiden sollst. Das würde Dir und
vielen anderen das Leben retten. Aber dann schlägstDu seine Stimme in den Wind und nimmst stattdessen den blauen. -
Bumm!
Wir leben innerhalb eines durch die Sünde erschütterten Kosmos und Gott möchte uns durch seine sorgsame Führung heil
da durch navigieren, dass wir die denkbar wenigsten Traumas und die denkbar größten
Freuden haben.
Wir befinden uns wie in einem Gebäude, das durch ein Erdbeben in sich zusammengestürzt ist. Durch die detaillierten
Anweisungen des "Sicherheitspersonals" finden wir sicher heraus.
Jesus fragte seine Zuhörer einmal: "Was meint ihr? Es hatte ein Mann zwei Söhne und ging zu dem ersten und sprach:
Mein Sohn, geh hin und arbeite heute im Weinberg. Er antwortete aber und sprach: Nein, ich will nicht. Danach reute es
ihn und er ging hin. Und der Vater ging zum zweiten Sohn und sagte dasselbe. Der aber antwortete und sprach: Ja, Herr!,
und ging nicht hin. Wer von den beiden hat des Vaters Willen getan?"Mt. 21, 28-31
Was für ein Sohn bist Du? Oder was für eine Art von Kind Gottes möchtest Du sein?
Hören wie ein Jünger hört (Teil II)
In Jes. 50, 4+5 heißt es: "Gott der HERR hat mir die Zunge eines Jüngers verliehen, damit ich den Müden durch
Zuspruch aufzurichten wisse; er weckt mich alle Morgen und öffnet mir das Ohr, damit ich aufmerke wie ein Jünger, wie
einer, der belehrt wird. Gott der HERR hat mir das Ohr geöffnet, und ich habe mich nicht gegen sein Reden gesträubt
und bin nicht zurückgewichen."
Was ist ein Jünger?
Das griechische Wort mathetai, das im Deutschen mit Jünger übersetzt wird,
meint "Lerner"; jemand, der einen Meister hat und von diesem lernt; ein Gefolgsmann; jemand, der einen belehrbaren
Geist hat und sich sagen lassen kann; jemand, der hört und auf jemanden hört
Was macht den Unterschied beim Hören?
Jesus erklärt die Unterschiede mit einem Gleichnis in Lk. 8, 11-15: "Der Same ist das Wort Gottes. Die aber auf dem
Weg, das sind die, die es hören; danach kommt der Teufel und nimmt das Wort aus ihrem Herzen, damit sie nicht glauben
und selig werden. Die aber auf dem Fels sind die: wenn sie es hören, nehmen sie das Wort mit Freuden an. Doch sie haben
keine Wurzel; eine Zeit lang glauben sie und zu der Zeit der Anfechtung fallen sie ab. Was aber unter die Dornen fiel,
sind die, die es hören und gehen hin und ersticken unter den Sorgen, dem Reichtum und den Freuden des Lebens und
bringen keine Frucht. Das aber auf dem guten Land sind die, die das Wort hören und behalten in einem feinen, guten
Herzen und bringen Frucht in Geduld."
Das sind zum einen die, "die es hören; danach kommt der Teufel und nimmt das Wort aus ihrem Herzen".
Das sind Menschen, die zwar aufmerksam hinhören, aber nicht in sich aufnehmen. Weil sie sich nicht wehren gegen das
Loslassen des Wortes, wird es ihnen wieder gestohlen und sie werden verloren gehen und verderben. Das Ende ist "nicht
glauben und nicht selig werden."
Wenn Menschen nicht wirklich hören auf das, was der Herr sagt, denn raubt es der Feind wieder, bevor es in unsere
Herzen hinein sinken kann - und dann ist es weg. Was keine Bedeutung hat bzw. bekommt, wird schnell wieder aus dem
Bewusstsein vergessen und verschwinden. Es ist wie mit dem Restaurant-Geheimtipp: Wenn man nicht genau aufpasst,
wenn man den Weg beschrieben bekommt, dann fährt man dran vorbei und muss Burger statt Pasta essen.
Dann sind da die, "wenn sie es hören, nehmen sie das Wort mit Freuden an ... eine Zeit lang glauben sie (und tun danach)
und zu der Zeit der Anfechtung (bzw. Versuchung) fallen sie wieder ab davon"
Das sind Menschen, bei denen "ois easy" ist, da fallen die Worte Gottes einem ins Herz, aber ohne eine bleibende Frucht
zu hinterlassen, verschweinden sie auch wieder. Denn was Frucht tragen soll, muss
Wurzeln haben.
Die Umstände des Lebens sind unerbittlich und werden den Wahrheitsgehalt unsres Lebens herausfordern.
Der Test kommt immer. Solange wir von begeisternden Freunden und guter Musik
umgeben sind, klingt Gottes Wort großartig. Aber wenn's dick daher kommt, werden wir schnell sehen, wie tief die
Wurzeln von Gottes Wort wirklich in uns hineingewachsen sind. Die Frage ist, ob wir dann auch noch glauben, wenn uns
der Wind heftig ins Gesicht entgegen weht.
Und dann sind da die, die es hören und gehen hin und ersticken unter den Sorgen, dem Reichtum und den Freuden des
Lebens und bringen keine Frucht". Dass man unter Sorgen ersticken kann, ist klar, aber auch unter Reichtum und unter
den Freuden des Lebens?! Aber wo man nicht betet, da erstickt man unter Sorgen, wo man nicht gibt, da erstickt man
unter der Gier nach Reichtum und wo man keine echte Gemeinschaft pflegt, da erstickt man sich mit anderen Freuden
des Lebens. Und am Ende steht man vor dem Herrn, immer noch mit Sorgen, vielleicht mit viel Geld und den Fotos vom
Urlaub und von der Yacht, aber ohne Frucht, ohne Frucht der Gerechtigkeit (Phil. 1, 11) und ohne Frucht des Geistes
(Gal. 5, 22+23).
Im gleichen Herzen wachsen leider auch immer noch andere Pflanzen heran. Besonders wenn diese anderen Worte, die
auch in unsere Herzen gestreut werden, nicht ausgejätet werden. Dann werden sie früher oder später den guten Pflanzen
den Saft abgraben und sie unfruchtbar werden lassen. Und dann ist es egal, wieviel guten Weizen man auch aussät, das
Unkraut wird den Boden überwuchern und ihm den Saft und Dünger für seine eigenen Zwecke aussaugen.
Und dann sind da noch die, "die das Wort hören und behalten in einem feinen, guten Herzen und bringen Frucht in Geduld".
Das sind Menschen, auf das hören, was der Herr in ihre Herzen flüstert und darauf eingehen. Die werden Frucht und
Produktivität und Nutzen in ihrem Leben zeigen.
Was Du als Reaktion auf die Worte des Herrn tust, das bestimmt, was diese Worte Dir
tun. Die Worte, die wir wertschätzen, machen uns reich . Wenn wir sie in unseren Herzen hegen und pflegen, dann
lassen sie uns wachsen und produzieren gute Ergebnisse in unserem Leben.
Fazit
Hören wie ein Jünger hört, besteht aus zwei Teilen:
- Wie eifrig wir hören, was er uns sagt
- Wie sehr wir tun, was er uns sagt
Hören wie ein Jünger hört (Teil III)
Es gibt die sogenannten "fünf Sprachen der Liebe" nach Dr. Gary Chapman. Es sind dies
- Lob und Anerkennung
- Zweisamkeit - die Zeit nur für dich
- Geschenke, die von Herzen kommen
- Hilfsbereitschaft
- Zärtlichkeit
Geheimniskrämerei
5. Mo. 29, 28: "Was verborgen ist, ist des HERRN, unseres Gottes; was aber offenbart
ist, das gilt uns und unsern Kindern ewiglich."
Dan. 2, 47: "Gott ist ein Gott, der Geheimnisse offenbaren kann." Mit Geheimnisse sind aber keine eigenartigen und
bizarren Lehren gemeint.
Luk. 10, 21: Gott ist ein Gott, der "es den Weisen und Klugen verborgen hat und den
Unmündigen offenbart."
Kor. 4, 1: "Dafür halte uns jedermann: für Diener Christi und Haushalter über Gottes
Geheimnisse."
Ps. 25, 12-14: "Wer ist der Mann, der Gott fürchtet? Ihm zeigt er den Weg, den er wählen soll. Dann wird er wohnen im
Glück, seine Kinder werden das Land besitzen. Die sind Vertraute des Herrn, die ihn
fürchten; er weiht sie ein in seine Geheimnisse."
Gottes "Liebessprache", d.h. seine bevorzugte Art und Weise, uns zu segnen, ist:
- indem er uns "Insider-Tipps" gibt, Warnungen und Empfehlungen
- und hofft, dass wir auf seine Stimme hören
- indem er uns sagt, welchen Weg wir nehmen sollen
Jer. 7, 23: "Wandelt ganz auf dem Wege, den ich euch weise, auf dass es euch wohl gehe." - indem er mit uns über über das Leben redet und wie die Dinge so sind
- indem er mit uns über viel mehr redet, als nur über richtig und falsch
Widerstand
Leider gibt es da noch andere Stimmen, z.B.
- unsere natürlichen Neigungen - das Fleisch
- unsere Ängste (und Unglaube)
- Versuchungen
- und die Stimme des Feindes mit seinen Verlockungen und Verführungen
Jes. 55, 2+3: "Warum zählt ihr Geld dar für das, was kein Brot ist, und sauren Verdienst für das, was nicht satt macht? Hört doch auf mich, so werdet ihr Gutes essen und euch am Köstlichen laben. Neigt eure Ohren her und kommt her zu mir! Höret, so werdet ihr leben! Ich will mit euch einen ewigen Bund schließen, euch die beständigen Gnaden Davids zu geben."
Warum verausgabt ihr euch, fragt Gott durch den Propheten. Warum haut ihr eure Zeit, eure Nerven, eure Kraft, eurer Geld etc. für Dinge raus, die euch doch nicht satt machen?
Poetisch ausgedrückt klingt das in etwa wie folgt:
Leih' mir Dein Ohr und komm' her zu mir!
Sei doch nicht stur und mach' auf die Tür! Ich will wirklich zu Dir!
Will hinein in Dein Denken
Will hinein in den Kopf, will Deine Gedanken lenken
Pack die Gelegenheit beim Schopf und lass dir meine Liebe schenken
Hör' doch, damit Deine Seele auflebe!
Damit sie nicht länger vor Sorgen und Angst erbebe
Es sind nicht Befehle, die ich gebe
es sind Gefühle, die hege
Ein Netz aus guten Gedanken, die ich spinne und für Dein Wohlergeh'n webe
Zarte Liebesschranken gegen die Feinde, die sich um Dein kostbares Leben zanken
Jer. 7, 24-28: "Aber sie wollten nicht gehorchen, ja, sie hörten noch nicht einmal zu, sondern machten eigensinnig, was sie wollten, und drehten mir den Rücken zu. Von dem Tag an, als eure Vorfahren aus Ägypten zogen, bis heute habe ich immer wieder von neuem meine Diener, die Propheten, zu euch geschickt. Aber niemanden von euch hat das gekümmert. Niemand hörte auf mich. Alle blieben starrsinnig und trieben es schlimmer als ihre Väter ... Wenn du ihnen das alles vorhältst, werden sie auch auf dich nicht hören. Deine Predigt wird ohne Antwort bleiben. Sag dann zu ihnen: Das ist das Volk, das nicht auf Jahwe, seinen Gott, hört, das sich gar nichts sagen lässt."
Das ist traurig! Denn nicht auf Gott zu hören, beraubt uns des Segens, den Gott uns zugedacht hat. Er weiß, wie die Dinge des Lebens sind. Seine Worte würden uns Weisheit lehren. Sie würden uns vor falschen und verderblichen Wegen warnen. Sie würden uns trösten, ermutigen und Kraft geben. Sie würden uns führen und leiten. Wenn wir sie doch hören könnten ...
Die beständigen Gnaden Davids
Wer jedoch hören gelernt hat und sein Herz neigen kann, der wird in den Genuss der Gnaden David'skommen. Das sind
in der hebr. Sprache die "aman checed", die glaubhaften, mit großer Treue
verbürgten, fest aufgerichteten, verifizierten und daher standhaften und fortwährenden Vatereigenheiten Gottes
AMAN:
- Das sind Unterstützung, Zuspruch und Bestätigung.
- Das sind ein Hoch-Halten, Oben-Halten und Kraft dazu geben.
- Das ist die Pflege-Vaterschaft und zugleich auch die Pflege-Mutterschaft und zugleich auch die Kinderkrankenschwesternschaft in einem.
- Das ist ein tragender Einfluss wie eine Säule im Tempel oder ein Türpfosten für ein großes Tor, das an ihm hängt.
- Es ist das Aufrichten und Stark-machen unserer Seele durch Gott, aber auch das Getragen-Werden im schwachen Momenten.
- Es ist das Seele-fest-und-ausdauernd-machen, aber auch das Erproben und Feststellen, dass da etwas beständig und verlässlich geworden ist mit großem Stolz.
- Es ist das glaubwürdig-machen unseres Lebens durch den Einfluss Gottes.
- Damit wir bestehen können und nicht aufhören zu glauben, dass Gott "checed" ist.
Das bedeutet voll Erbarmen, Freundlichkeit, Gütigkeit und Gutheit, mit Gunst, Mitgefühl für uns und echter Göttlichkeit.
Nocheinmal poetisch ausgedrückt:
Ich will einen ewigen Bund mit Dir schließen
Du sollst die beständigen Gnaden des David genießen
Ich will Dich stützen, Dir helfen, Dir Zuspruch geben
Durch meine Bestätigung soll Dein Vertrauen aufleben
Ich will Dich hoch halten, oben halten gegen alle Gewalten
Ich will Dich stark machen wie im Tempel die Säulen
An die sich die Menschen lehnen, wenn sie heulen
Ich werd' Deine Seele fest und ausdauernd machen
Nach jeder Versuchung wirst erstarkt Du erwachen
Und ich werd' auf Dich aufpassen
gegen alle, die deine Seele hassen
Ich will einen unzerstörbaren Bund mit Dir schließen
Ich will Dein Sehnen und Wollen mit Güte begießen
Bis die Gaben der Gnade voll Freude in die Leben Deiner Mitmenschen fließen
Ich will Dich in meine Pläne einschließen
will mein Herzblut für dich vergießen
und nichts soll Dich je wieder verdrießen
Und die Feinde, die nach Deinem Verderben trachten, will ich abschlachten
Und auf den Speer meiner Gerechtigkeit spießen
Das Herzstück von Gehorsam ist sorgsam hinhören, damit man verstehen kann, was gesagt wurde. Es geht darum, aufzumerken auf das, was Gott sagt. Müssen wir das? Oder werden wir das, wenn wir klug sind?
Welcher Mensch sollte das nicht wollen? Wer sollte die "aman checed" nicht wollen? Und wenn, dann aber werde ein Jünger! Werde ein Hörer! Und leg' Eigensinn und Starrsinnigkeit ab! Das muss sein!