Gebet als die Bitte an Gott um Intervention (= Einmischung) - von Gisela Ruffer

Pastorin Gisela Ruffer

Wer mag schon Einmischung? Z.B. wenn die Schwiegermutter sich in die Erziehung der Kinder einmischt. Schnell hört man dann ein: "Das sind unsere Kinder, ich möchte nicht, dass Du Dich einmischt." Oder wenn uns jemand dreinreden will: "Das geht Dich nichts an. Misch' dich nicht ein!"

Es scheint so, dass unsere ehrenhafte und stolze Erziehung es uns verbietet, dass sich jemand in Dinge einmischt, die ihn nichts angehen. So kommt es dann, dass ein 14-jähriges Mädchen in der Seitenstraße einer Fußgängerzone vergewaltigt werden kann und viele sehen es, aber niemand mischt sich ein. Tragisch! Wen schert ein anderes Leben noch?

Diese "Raus-halten-Haltung" übertragen wir all zu oft auch auf Gott. Doch Gott schert sich um uns, besonders, wenn wir ihm unser Leben übergeben haben. Das ist dann, wie wenn man für eine Autofahrt das Navigationsgerät eingeschaltet hat. Das übernimmt dann die Führung und redet einem dann drein.

Die Frage ist: Wie gehen wir damit um? Sagen wir: "Du hast mir gar nichts zu sagen"? Oder das Gegenteil: Werden wir hörig? Oder glauben wir der Stimme und folgen ihr?


Psalm 107 - Gottes Intervention Teil I

In den Versen 4-8 steht geschrieben: "Die irregingen in der Wüste, auf ungebahntem Wege, und fanden keine Stadt, in der sie wohnen konnten, die hungrig und durstig waren und deren Seele verschmachtete, die dann zum Herrn riefen in ihrer Not und er errettete sie aus ihren Ängsten und führte sie den richtigen Weg, dass sie kamen zur Stadt, in der sie wohnen konnten:
Die sollen dem Herrn danken für seine Güte und für seine Wunder, die er an den Menschenkindern tut."

Das ist doch super! Aber es ist noch nicht alles, denn es heißt weiter: "und führte sie den richtigen Weg". Da ist es wieder, das "Navigationssystem", das uns sagt, wo's lang geht. Da ist diese Stimme, die sich in unsere Lebensführung einmischt.


Psalm 107 - Gottes Intervention Teil II

Die Befreiung Petri von Raffael

In den Versen 10-15 wird die Geschichte weiter erzählt: "Die da sitzen mussten in Finsternis und Dunkel, gefangen in Zwang und Eisen, weil sie Gottes Geboten ungehorsam waren und den Ratschluss des Höchsten verachtet hatten, sodass er ihr Herz durch Unglück beugte und sie dalagen und ihnen niemand half, die dann zum HERRN riefen in ihrer Not und er half ihnen aus ihren Ängsten und führte sie aus Finsternis und Dunkel und zerriss ihre Bande:Die sollen dem HERRN danken für seine Güte und für seine Wunder, die er an den Menschenkindern tut."

So ist Gott! Auch wenn Du Dich selbst in die Notlage geritten hast durch Deine Eigenwilligkeit und Unbeugsamkeit, der Herrn wird Dich hören und Dir helfen.

Und dann geht's weiter:

"Die Toren, die geplagt waren um ihrer Übertretung und um ihrer Sünde willen, dass ihnen ekelte vor aller Speise und sie todkrank wurden, die dann zum Herrn riefen in ihrer Not und er half ihnen aus ihren Ängsten, er sandte sein Wort und machte sie gesund und errettete sie, dass sie nicht starben: Die sollen dem HERRN danken für seine Güte und für seine Wunder, die er an den Menschenkindern tut." Und wieder mischt er sich auch verbal ein: "er sandte sein Wort".

Man kommt nicht drum rum, man wird es lernen müssen zu hören!