Jh. 19 - Der erhöhte Erlöser

"Da lieferte Pilatus ihnen Jesus aus." (V.16) Es war eindeutig Pilatus, der Jesus den Juden unter der Anführung der Priester auslieferte. Pilatus wusste in seinem Herzen, was richtig war, aber unter dem Druck der Menge entschied er das, wovon er wusste, dass es falsch war. Sein Gewissen verlor den Kampf gegen seine Korruption. Was für eine Tragödie, wenn ein Mensch sich dem Druck des Bösen beugt und dann tut, was eine grobe Verletzung seines Gewissens ist.
Jesus vor Pilatus
Die Pilatus-Frage:

"Was soll ich mit Jesus machen?" (Mt. 27, 22) Dieser Frage muss sich jeder einmal stellen. Du kannst entweder an ihn glauben oder nicht. "Aber allen, die ihn aufnahmen und an ihn glaubten, denen gab er das Recht, Kinder Gottes zu werden." (Jh. 1, 12) Du kannst Jesus bekennen oder es nicht tun. "Aber wer sich vor den Menschen zu mir bekennt, zu dem werde auch ich mich bekennen am Gerichtstag vor meinem Vater im Himmel." (Mt. 10, 32)

Entscheidung und Wirkung:

Die Entscheidung von Pilatus hatte keine Auswirkung auf die Bestimmung von Jesus, denn was Jesus zu tun hatte, das hätte er so oder anders getan. Die Entscheidung von Pilatus hatte aber einen Effekt auf sein eigenes Leben und seine eigene Bestimmung.

So ist es auch mit uns:

Unsere Entscheidungen haben keine Auswirkung auf die Bestimmung von Jesus: Wo er jetzt ist, da ist er und was er jetzt ist, auch das ist er schon. Nichts ändert mehr etwas daran, selbst wenn Du es nicht glauben willst. Aber es hat eine Auswirkung auf Dein Leben.

Wenn jemand nicht glaubt, dass 2 +2 = 4, dann ändert das nichts an der Tatsache. Es offenbart nur dessen Dummheit.


Schicksal ist, was man daraus macht

In der Konfrontation mit der Frage "Was soll ich mit Jesus machen?", ist jeder seines eigenes Glückes Schmied. Jeder bestimmt sein eigenes Schicksal mit seiner eigenen Antwort auf diese Frage. Wie die beiden Übeltäter, die mit Jesus gekreuzigt wurden: Der eine lästerte nur. Der andere sagte: "Denk an mich, Jesus, wenn du deine Herrschaft antrittst. Und Jesus antwortete ihm: Ich versichere dir, du wirst noch heute mit mir im Paradies sein." (Lk. 23, 42+43)


Geführt, nicht getrieben

"Sie aber nahmen Jesus und führten ihn fort." (V.16)

Das sind die schlimmsten Feinde unserer Seele, die keine Zeit verlieren, so dass man seine Entscheidung nicht mehr ändern kann und die einem keinen Raum lassen, rückgängig zu machen, was man Falsches getan hat.
kein Mucks
Sie trieben ihn nicht, noch schleppten sie ihn. "Er wurde wie ein Schaf zur Schlachtung geführt, und wie ein Lamm stumm ist vor seinem Scherer, also tat er seinen Mund nicht auf." (Apg. 8, 32) Er trug sogar einen seiner Kreuzbalken selbst (und zwar den, auf dem der Fluch war). Den anderen trug "Simon von Kyrene, der vom Felde kam, den Vater Alexanders und Rufus". (Mk. 15, 21)

Sie - wer ist das?

Das sind zunächst die Hohepriester und dann die Juden der damaligen Zeit, denn es steht geschrieben: "Die Hand der Zeugen soll zuerst an ihm sein, ihn zu töten, und danach die Hand des ganzen Volkes." (5. Mo. 17, 7)

Sie sagten: "Sein Blut komme über uns und über unsere Kinder!" (Mt. 27, 25)

Sach. 13, 6: "Wird man ihn fragen: Was sind das für Wunden in deinen Händen? so wird er antworten: Die hat man mir geschlagen im Hause meiner Lieben!"

Apg. 2, 23: "Den habt ihr durch Menschen, die das Gesetz Gottes nicht kennen, ans Kreuz schlagen und töten lassen."

Apg. 3, 13-15: "Denselben Jesus, den ihr an Pilatus ausgeliefert und vor seinem Richterstuhl preisgegeben habt, obwohl Pilatus ihn freilassen wollte. Den Heiligen und Gerechten habt ihr abgelehnt und lieber die Freigabe eines Mörders verlangt. So habt ihr den, der euch das Leben bringen sollte, getötet."

Apg. 4, 10: "Es geschah im Namen von Jesus Christus aus Nazaret, eben dem, den ihr gekreuzigt habt."

Apg. 5, 30: "Eben den, den ihr ans Kreuz gebracht und damit zu einem von Gott Verfluchten erklärt habt."

Apg. 7, 52: "Den habt ihr verraten und ermordet!"

Ausführung und Notwendigkeit
Isenheimer Altar
Die römischen Soldaten waren zweifelsohne die Ausführenden der Kreuzigung. Die standen allerdings unter dem Kommando der Hohepriester und Juden. Und diese wiederum waren autorisiert durch Pilatus. Aber diejenigen, die die Kreuzigung notwendig gemacht haben, waren unsere Sünden. Sie machten es erforderlich.

Röm. 4, 25: "Er gab ihn dahin, um unsere Sünden zu sühnen."

1. Kor. 15, 3: "Christus ist für unsere Sünden gestorben, wie es in den Heiligen Schriften vorausgesagt war."

Gal. 1, 4: "der sein Leben für unsere Sünden hingegeben hat"

1. Pet. 2, 24: "Unsere Sünden hat er mit seinem eigenen Leib ans Kreuz hinaufgetragen."


Die "Schädelstätte"

Die Stelle des Gartengrabes in Jerusalem, in dem Jesus gelegen haben soll, scheint die meisten biblischen Erfordernisse zu erfüllen: Der Hügel hat eine Erscheinungsform wie ein Totenkopf. Er liegt außerhalb der Stadtmauer des antiken Jerusalems und befindet sich in der Nähe eines Gartens.

Origenes, Cyprian, Epiphanius, Austinus, Jerome und andere überliefern, dass dies der Ort sei, an dem Adam begraben worden sein soll. Dann würde der "zweite Adam" genau da triumphiert haben, wo der erste Adam sein Ende fand.

Der Berg im Lande Morija<br />
1. Mo. 22, 2: "Und er sprach: Nimm deinen Sohn, deinen einzigen, den du lieb hast, den Isaak, und ziehe hin in das Land Morija, und opfere ihn daselbst als Brandopfer auf einem der Berge, den ich dir sagen werde." Jesus trug also das Holz dort, wo schon Isaak das Holz für das Opfer getragen hatte.

2. Chr. 3, 1: "Und Salomo fing an, das Haus des Herrn zu bauen in Jerusalem, auf dem Berge Morija."

David hatte zuvor diesen Platz von Gott gezeigt bekommen, nachdem er gegen Gott gesündigt hatte, indem er das Volk zählen ließ und darauf hin ein Gericht Gottes über das ganze Volk kam. An genau dem Platz kam das Gericht Gottes zum Stillstand. Dort nagelten sie Jesus ans Kreuz ...

Ps. 22, 17: "Sie durchbohren mir Hände und Füße."

" ... und mit ihm noch zwei andere, den einen links, den anderen rechts und Jesus in der Mitte." (V. 18) Andere übersetzen "zwei von hier und von da". Matthäus und Markus sprechen von "zwei Räubern", von denen einer links und der andere rechts von Jesus gekreuzigt wurde, aber auch von "den Mitgekreuzigten", die ihn schmähten und beschimpften. Lukas spricht von "einem der Übeltäter", der lästerte und "dem anderen", der Reue zeigte. Egal ob es nun drei oder mehr waren ...

Jes. 53, 9: "Bei den Ruchlosen gab man ihm sein Grab, bei den Verbrechern seine Ruhestätte." Und er "ließ sich unter die Verbrecher zählen." (V. 12)


Die Überschrift

"Pilatus ließ ein Schild am Kreuz anbringen; darauf stand: Jesus von Nazaret, der König der Juden." Damit erklärte er Jesus offiziell zum Messias. Das war die Anschuldigung, die die führenden Priester und Juden bei Pilatus vorbrachten, um Jesus am Römischen Gerichtshof zum Tode verurteilt zu bekommen. Aber eigentlich warfen sie Jesus Blasphemie vor, weil er sich als Messias bekannte, als Sohn Gottes. Aber das würde vor einem Römischen Gericht nicht standhalten. Deshalb verwendeten sie diese Anschuldigung, die Pilatus nun Jesus als Titel gibt.

Zeit zum Innehalten:

Schau' mit Augen des Glaubens hin zum Kreuz und sieh' Jesus: