Um angemessene Kleidung wird gebeten!
So heißt es z.B. in einer Einladung der Hochschulgruppe Wuppertal. Aber was heißt angemessen? "Angemessen gekleidet zu sein, ist eine Kunst, die nicht jedermann beherrscht", heißt es da z.B. in einem Buch über Manieren. Heutzutage scheint das mehr denn je zu stimmen. Da werden neuerdings z.B. Schülerinnen, die den Körper nicht ausreichend bedecken, so dass die daraus resultierende Blöße den Unterricht beeinträchtigt, nach telefonischer Benachrichtigung der Eltern zum Kleiderwechsel nach Hause geschickt. Unangemessen (im wahrsten Sinn des Wortes wirken auch die XL-Jeans bei Jungs, wo der halbe Po zu sehen ist. Auch ist es nicht empfehlenswert, mit legerer Kleidung wie T-Shirt, kurzer Hose oder Sandalen in Luxushotels, Theater oder teure Restaurants zu gehen.
Im Bewerbungstraining heißt es: "Auch wenn Du die ausgerissenen Jeans und das Schlabbershirt genial findest oder Deine Freundinnen neidisch sind, auf Dein Bauchnabelpiercing und den ultrakurzen Mini: Ein Vorstellungsgespräch ist kein Discobesuch! Deshalb solltest Du Dir vorher gut überlegen, wie Du wirken möchtest und welche Äußerlichkeiten und Verhaltensweisen von Dir erwartet werden." Und in einer Broschüre über den Urlaub in Kemer liest man: "Bedenken Sie bitte, dass Sie in der Türkei in einem islamischen Land sind. Die Kleiderordnung sieht eine Bedeckung des Körpers vor. Das gilt für Männer wie für Frauen. Kein Tourist muss sich deshalb über alle Maßen verhüllen, aber angemessene Kleidung heißt, dass mann etwa zwischen Knie und Schulter nicht allzu viel Haut zeigt. Angemessene Kleidung im Sommer ist aber auch ein Schutz gegen die intensive Sonne."
Selbst Jesus erzählt eine Geschichte, in der die Kleiderfrage von entscheidender Bedeutung ist: " Das Reich der Himmel ist einem Könige gleich geworden, der seinem Sohne Hochzeit machte. Und er sandte seine Knechte aus, um die Geladenen zur Hochzeit zu rufen; und sie wollten nicht kommen. Wiederum sandte er andere Knechte aus und sprach: Saget den Geladenen: Siehe, mein Mahl habe ich bereitet, meine Ochsen und mein Mastvieh sind geschlachtet, und alles ist bereit; kommt zur Hochzeit. Sie aber achteten es nicht und gingen hin, der eine auf seinen Acker, der andere an seinen Handel. Die übrigen aber ergriffen seine Knechte, mißhandelten und töteten sie. Der König aber ward zornig und sandte seine Heere aus, brachte jene Mörder um und steckte ihre Stadt in Brand. Dann sagt er zu seinen Knechten: Die Hochzeit ist zwar bereit, aber die Geladenen waren nicht würdig; so gehet nun hin auf die Kreuzwege der Landstraßen, und so viele immer ihr finden werdet, ladet zur Hochzeit. Und jene Knechte gingen aus auf die Landstraßen und brachten alle zusammen, so viele sie fanden, sowohl Böse als Gute. Und die Hochzeit wurde voll von Gästen.
Als aber der König hereinkam, die Gäste zu besehen, sah er daselbst einen Menschen, der nicht mit einem Hochzeitskleide bekleidet war. Und er spricht zu ihm: Freund, wie bist du hier hereingekommen, da du kein Hochzeitskleid anhast? Er aber verstummte. Da sprach der König zu den Dienern: Bindet ihm Füße und Hände, nehmet ihn und werfet ihn hinaus in die äußere Finsternis: da wird sein das Weinen und das Zähneknirschen. Denn viele sind Berufene, wenige aber Auserwählte." (Mat. 22, 2-14)
Was also zieh' ich an? Dies ist eine Frage, die nicht nur Frauen Tag für Tag quält, sondern es ist auch eine Frage des rechten Glaubens.
Erstens: Die schmutzigen Kleider müssen weg!
Wie das geht, sagt uns der Prophet Sacharja: "Und Josua war bekleidet mit schmutzigen Kleidern und stand vor dem Engel. Und der Engel hob an und sprach zu denen, welche vor ihm standen, und sagte: Ziehet ihm die schmutzigen Kleider aus; und zu ihm sprach er: Siehe, ich habe deine Ungerechtigkeit von dir weggenommen, und ich kleide dich in Feierkleider." (Sach. 3, 3+4)
Der Befehl geht interessanterweise an die Engel wie auch der Vater des verlorenen Sohnes zu seinen Knechten sagt: "Bringet das beste Kleid her und ziehet es ihm an und tut einen Ring an seine Hand und Sandalen an seine Füße." (Luk. 15, 22)
Zweitens: Neue Kleider müssen her!
Und wir bekommen die besten Kleider, die es überhaupt gibt:
- Eph. 4, 24: Wir werden "angezogen mit dem neuen Menschen, der nach Gott geschaffen ist in wahrhaftiger Gerechtigkeit und Heiligkeit."
- Dieser neue Mensch ist der Christus, der "innere Mensch" im Gegensatz zum äußeren Menschen (2. Kor. 4, 16) oder auch der "der verborgene Mensch des Herzens" (1. Pet. 3, 4).
- Gal. 3, 27 sagt: "Ihr habt Christum angezogen."
- Und zu guter letzt werden wir noch "angetan mit Kraft aus der Höhe." (Luk. 24, 49)
Kein Wunder, wenn da der Prophet ausruft: "Hoch erfreut bin ich in dem HERRN; Meine Seele frohlockt in meinem Gott! Denn er hat mich bekleidet mit Kleidern des Heils, den Mantel der Gerechtigkeit hat er mir umgetan." (Jes. 61, 10)
Die Feierkleider
"Laßt uns nun mit Freimütigkeit hinzutreten zu dem Thron der Gnade, auf dass wir Barmherzigkeit empfangen und Gnade finden zur rechtzeitigen Hilfe ... mit wahrhaftigem Herzen, in voller Gewißheit des Glaubens, die Herzen besprengt (mit dem Blut des Lammes) und also gereinigt vom bösen Gewissen." (Heb. 4, 16 und 10, 22)
Also lasst uns "Kopfschmuck statt Asche, Freudenöl statt Trauer und ein Lobpreisgewand statt eines verzagten Geistes" (Jes. 61, 3) anlegen und Gott feiern!
Die Kampf-Bekleidung
Röm. 13, 12: "Lasst uns die Waffen des Lichts anziehen." Wie das aussieht beschreibt Paulus ausführlich in 2. Kor. 6, 4-10: "In allem erweisen wir uns als Gottes Diener, in vielem Ausharren, in Drangsalen, in Nöten, in Ängsten, in Streichen, in Gefängnissen, in Aufständen, in Mühen, in Wachen, in Fasten; in Reinheit, in Erkenntnis, in Langmut, in Gütigkeit, im Heiligen Geiste, in ungeheuchelter Liebe; im Worte der Wahrheit, in der Kraft Gottes; durch die Waffen der Gerechtigkeit zur Rechten und zur Linken; durch Ehre und Unehre, durch böses Gerücht und gutes Gerücht, als Verführer und Wahrhaftige; als Unbekannte und Wohlbekannte; als Sterbende, und siehe, wir leben; als Gezüchtigte und nicht getötet; als Traurige, aber allezeit uns freuend; als Arme, aber viele reich machend; als nichts habend und alles besitzend."
Die Ausgeh-Kleidung
"Ziehet nun an, als Auserwählte Gottes, als Heilige und Geliebte: herzliches Erbarmen, Güte, Demut, Milde, Langmut, einander ertragend und euch gegenseitig vergebend, wenn einer Klage hat wider den anderen; wie auch der Christus euch vergeben hat, also auch ihr. Über dieses alles aber ziehet die Liebe an als das Band der Vollkommenheit." (Kol. 3, 12-14)
- als Auserwählte (vor Grundlegung der Welt)
- als Heilige, d.h. ausgesondert, geweiht und gereinigt
- als Geliebte, weil er uns zuerst geliebt hat. (1. Joh. 4, 19)
- mit einem Herzen, das Erbarmen kennt für Kranke, Schwache, Alte, Krüppel, Behinderte, Benachteiligte usw.
- mit einer Güte, der das Gut seines Nachbarn ebenso teuer ist, wie das eigene und mit einer Freundlichkeit, die wie milder Wein mundet, der seine Herbheit verloren hat
- mit einer Demut, die keinen Platz für Anmaßung läßt. "Der Höhergestellte ist immer der andere."
- mit Milde als gelungene Mitte zwischen Strenge und Sanftheit, zwischen zu heftigem Zorn und gar keinem Zorn
- mit Langmut, die sich weder durch menschliche Torheit und Unbelehrbarkeit noch durch Beleidigungen und Grausamkeit verbittern und in Verzweiflung stürzen läßt
- einander ertragend und euch gegenseitig vergebend im Geist der Verträglichkeit und Vergebung
Über dieses alles aber ziehet die Liebe an als das Band der Vollkommenheit.
Alle die vorher aufgezählten Tugenden beinhalten keinerlei Bindungsfähigkeit. Verbundenheit und Zusammengehörigkeit kommt erst durch das Band der Liebe. Ohne Liebe gibt es keine Verbundenheit. Das wäre wie ein Körper mit Herz, Lunge, Nieren, Knochen, Nerven, Blut usw., dem es aber an Sehnen, Muskeln und Haut fehlt, die alles zusammenhalten.
Wo die Verbundenheit fehlt, da fehlt es ganz bestimmt an Liebe. Ohne Liebe kann nicht geschehen, was zwischen David und Jonathan geschah: "Da verband sich die Seele Jonathans mit der Seele Davids; und Jonathan liebte ihn wie seine Seele." (1. Sam. 18, 1) Wo aber kein Band ist, da kann sich nichts verbinden. Darum ist es so wichtig und notwendig, dass der Herr uns "aber mache völlig und überströmend in der Liebe gegeneinander und gegen alle." (1. Thess. 3, 12) Lasst uns darum beten. Denn erst dann sind wir, was wir sein sollen: Menschen, an denen andere erkennen, wie Gott ist.