Lobpreis, Anbetung und Gottesdienst (Teil VI)

Jesus hat Vorrang

Der Apostel Paulus schreibt in Kol. 1, 18: "Er ist das Haupt des Leibes, der Versammlung, welcher der Anfang ist, der Erstgeborene aus den Toten, auf dass er in allem den Vorrang habe."

Wer versammelt wen? Und was heißt Vorrang haben? Wie sieht das praktisch aus?

Lobpreis, Anbetung und Gottesdienst haben jedenfalls mit dem zu tun, der Vorrang in allem hat. Und Vorrang haben tut etwas oder jemand, wenn es oder er wichtiger als etwas oder jemand anderes geworden ist. Mit anderen Worten: Es geht darum, dass Jesus Christus zunehmend wichtiger wird, bis er wichtiger als alles andere ist. Ist das in Deinem Leben so? Oder ist zumindest in Deinem Leben der Prozess noch in Gang, dass Jesus wichtiger und wichtiger wird?

Lobpreis, Anbetung und Gottesdienst ist die ganz natürliche Verhaltensreaktion eines Herzens, das einen ersten Geschmack von der Liebe Gottes und einen kleinen Blick auf die Herrlichkeit Gottes erheischen konnte.

Lobpreis, Anbetung und Gottesdienst ist ein Zusammentreffen mit dem Geist des Gottes der Liebe, der als einziger das Liebes-Vakuum in unserem Herzen füllen kann. Ein Mensch kann das nicht. Er kann uns nicht mit der Liebe Gottes lieben. Er wird damit überfordert sein. Nur Gott kann dieses innerste aller Defizite füllen.

Aber wenn wir unser Liebes-Defizit nicht von Gott gefüllt bekommen, werden wir versuchen, das aus anderen Menschen herauszusaugen, wie mit einem langen unsichtbaren Strohhalm, den wir in die Herzen der anderen stecken und dann saugen.

Lobpreis, Anbetung und Gottesdienst ist eine Sache von leidenschaftlicher Liebe, mit der nichts im Leben einer Gemeinde zu vergleichen ist. Es ist einer der teuersten, wertvollsten und zugleich beeindruckendsten Momente, wenn eine Versammlung mit inständiger Leidenschaft ihren ganzen emotionalen Dank an Gott zum Ausdruck bringt.

Leidenschaft ist es, wenn man getrieben vom Wunsch, das Beste und Äußerste zu geben, bis an die Grenzen gegangen ist und anschließend immer noch nicht ganz zufrieden ist. Leidenschaft ist es dann, wenn Du innerlich so stark beteiligt bist, dass Du nicht davon lassen kannst.

Lobpreis, Anbetung und Gottesdienst ist kein "Zuschauer-Sport".

Lobpreis, Anbetung und Gottesdienst ist ein Verb, ein Tun-Wort. Und: Man muss nicht singen können, um Gott zu preisen, aber muss mit von der Partie sein.


Werte für Lobpreis, Anbetung und Gottesdienst

Jesus hat Vorrang

Lobpreis, Anbetung und Gottesdienst erfordern Sehnsucht, Anwesenheit, Zeit und Sprache.

Sehnsucht, weil es sonst fade schmeckt.

Anwesenheit, weil das rein platonisch gar nicht geht.

Zeit, weil es Zeit in Anspruch nimmt.

Sprache, weil man es sonst nicht mitbekommen kann.

Lobpreis, Anbetung und Gottesdienst ist ein Geschenk der Gegenwart Gottes. Zwar ist Gott immer gegenwärtig, aber mit Lobpreis, Anbetung und Gottesdienst ruft er uns in seine Gegenwart und hilft uns, diese wahr zu nehmen.

Einige halten in Lobpreis, Anbetung und Gottesdienst Ausschau nach Gott und hoffen, ihn darin zu finden. Zutreffender jedoch ist, dass er es ist, der nach Dir Ausschau hält und hofft, Dich in Lobpreis, Anbetung und Gottesdienst zu finden. Und? Findet er Dich da noch?

Lobpreis, Anbetung und Gottesdienst braucht fünf elementare Werte:

Lobpreis, Anbetung und Gottesdienst ist wie die Halbzeitbesprechung der Mannschaft mit dem Trainer. Die braucht's, entweder um auf Kurs zu bleiben, wenn's gut läuft, oder um neue Moral eingehaucht zu bekommen, um in dieser Kraft wieder auf's Spielfeld zu gehen und den Rückstand in einen Sieg zu verwandeln.

Lobpreis, Anbetung und Gottesdienst ist eine gute Einrichtung Gottes, um uns zu neuer Kraft, Ganzheit, Heilung und charakterlicher Reife zu bringen.


Lobpreis, Anbetung und Gottesdienst (Teil V)

sich stärken in dem Herrn

In 1.Sam. 30, 1-6 lesen wir: "Als nun David mit seinen Männern am dritten Tage nach Ziklag kam, waren die Amalekiter eingefallen ins Südland und in Ziklag und hatten Ziklag eingenommen und mit Feuer verbrannt und hatten die Frauen und alles, was in der Stadt war, Klein und Groß, gefangen genommen. Sie hatten aber niemand getötet, sondern sie weggeführt und waren abgezogen. Als nun David mit seinen Männern zur Stadt kam und sah, dass sie mit Feuer verbrannt war und ihre Frauen, Söhne und Töchter gefangen waren, erhoben David und die Leute, die bei ihm waren, ihre Stimme und weinten, bis sie nicht mehr weinen konnten ... Und David geriet in große Bedrängnis, weil die Leute ihn steinigen wollten; denn die Seele des ganzen Volks war erbittert, ein jeder wegen seiner Söhne und Töchter. David aber stärkte sich in dem HERRN, seinem Gott."

Wie hat David das gemacht, sich in dem Herrn, seinem Gott gestärkt?

Zum Glück hat David einige Passagen seines Gebetslebens vertont und dadurch sind sie erhalten geblieben in den Psalmen, wie z.B. in Ps. 71,14-16:

"Ich gebe die Hoffnung niemals auf; auch in Zukunft werde ich dich preisen. Ich werde allen sagen, wie treu du bist; den ganzen Tag will ich erzählen, wie du hilfst - deine Wohltaten sind nicht zu zählen. Ich werde deine großen Taten preisen, HERR, mein Gott! Nur noch von dir und deiner Treue will ich reden."

David verleiht der verbliebenen Hoffnung eine Stimme auf der Grundlage der Treue Gottes. Das stärkt die Moral.

Oder in Ps. 57, 2-11:

"Erbarm' dich, Gott, hab' Erbarmen mit mir! Bei dir suche ich Zuflucht, im Schutz deiner Flügel will ich mich bergen, bis das Unglück vorüber ist. Zu Gott, dem Höchsten, schreie ich, zu ihm, der sich auf meine Seite stellt. Vom Himmel her wird er mir Hilfe schicken ... Mein Herz ist ruhig geworden, Gott, ich fühle mich wieder sicher; mit einem Lied will ich dich preisen. Wach auf, mein Herz! Harfe und Laute, wacht auf, denn heute will ich die Sonne wecken! Dir, Herr, bringe ich meinen Dank, von dir will ich singen vor allen Völkern; denn deine Güte reicht bis an den Himmel und deine Treue, so weit die Wolken ziehen!"

David stellt sich dem Unglück nicht in den Weg, sondern verkriecht sich in Gott bis das Schlimmste vorbei ist.
So kann das Herz zur Ruhe kommen und zu neuem Leben erweckt werden.

Oder in Ps. 56,3-5:

"Viele bekämpfen mich in ihrem Hochmut. Doch wenn ich Angst bekomme, setze ich mein Vertrauen auf dich. Ich preise Gott für sein helfendes Wort. Ich vertraue ihm und ängstige mich nicht."

Wenn man es mit der Angst zu tun bekommt, hilft ihm nur eins: Sein Vertrauen auf Gottes Wort setzen!

Oder in Ps. 34, 4-7:

"Preist mit mir die Taten des HERRN; lasst uns gemeinsam seinen Namen ehren! Ich wandte mich an den HERRN und er antwortete mir; er befreite mich von allen meinen Ängsten. Wenn ihr zum HERRN blickt, dann leuchtet euer Gesicht, euer Vertrauen wird nicht enttäuscht. Hier steht einer, der um Hilfe rief. Der HERR hat ihn gehört und ihn aus jeder Bedrängnis gerettet."
sich gemeinsam stärken in dem Herrn
Was David erlebt hat, können wir auch erleben, wenn wir uns daran erinnern, dass es eine intensive Verbindung gibt zwischen Lobpreis, Anbetung und Gottesdienstteilnahme und dem Schöpfen von neuem Glauben und neuer Hoffnung:

Lobpreis, Anbetung und Gottesdienst ist neue Hoffnung und Kraft schöpfen. So stärkt man sich im Herrn.


Lobpreis, Anbetung und Gottesdienst (Teil IV)

In Jes. 43, 21 sagt Gott durch den Propheten, "das Volk, das ich mir bereitet habe, soll meinen Ruhm verkündigen." Zu diesem Volk aus allen Nationen, Sprachen und Stämmen gehören wir. Was will uns daran hindern?

Eine Falle ist zu glauben, dass wir nicht gut genug sind, um Gott zu preisen, anzubeten und ihm zu dienen. Meist aus einem Gefühl der Schuld und Scham. Das verhindert, dass wir freudig mit einstimmen.
den Ruhm Gottes nicht verkünden?
Ein Poet hat es einmal mit diesen Worten ausgedrückt: "Du hast mich gesucht und Du hast mich gefunden
gefangen, geängstigt, in Sünden gebunden, geschlagen, geschunden, voll blutender Wunden
gepeinigt von Scham musst' ich die Schmach meiner Schulden erdulden
ich wär' am liebsten vor Dir in der Hölle verschwunden
doch Du hast mich in meinen Stolz überwunden
und mich entführt zum Gesunden."

Die Wahrheit ist, dass das Opfer, das Jesus gebracht hat, uns aus der Sicht Gottes fortwährend angenehm, ja sogar wohlgefällig gemacht hat.

Lobpreis, Anbetung und Gottesdienst ist immer über das, was Gott getan hat, nicht wir.

Lobpreis, Anbetung und Gottesdienst feiert alles, was Jesus für uns getan hat.

Eine weitere Falle ist zu glauben, dass unser Lobpreis, Anbetung und Gottesdienst nicht gut ist (oder häufig genug oder lang genug), um Gott zu gefallen. Das ist Leistungsdenken bzw. Gesetzlichkeit. Sie ist eine Denkart, die immer irgendwie heilig aus,sieht aber sie verschiebt die Last von Gottes Schultern auf unsere und richtet die Aufmerksamkeit auf unsere Werke statt auf seine.

Lobpreis, Anbetung und Gottesdienst ist aber immer über das, was Gott getan hat, nicht wir.
wie im Himmel so auf Erden
Lobpreis, Anbetung und Gottesdienst feiert alles, was Jesus für uns getan hat.

Eine dritte Falle ist, unserer Kultur zu glauben, in der wir heranwachsen, leben und Christen werden, die uns sagt, dass "Glaube eine Privatsache" ist. Das beeinflusst sowohl die Art und Weise wie wir das Evangelium bezeugen, als auch wie wir anbeten.

Der Gedanke, dass unser Leben das Evangelium bezeugen soll, ist im Prinzip eine gute Idee, aber wenn wir den Leuten, die unser Leben sehen, nichts von Jesus Christus sagen, dann werden sie keine Chance haben zu glauben, denn der Glaube kommt aus der Predigt (Röm. 10, 17).


Wie im Himmel so auf Erden

Lobpreis, Anbetung und Gottesdienst ist die vorherrschende Aktivität im Himmel und eines der Dingen, die hier auf Erden geschehen können wie im Himmel.

Obwohl die Engel im Himmel und um den Thron Gottes herum unablässig einen majestätischen Lobpreis vortragen, liebt der Vater den Klang der Stimmen seiner Kinder mehr, die einfach und ehrlich sagen: "Danke Papa, dass Du das für mich gemacht hast."

Lobpreis, Anbetung und Gottesdienst ist Ausdruck der Dankbarkeit eines Kindes, das erkannt hat, was Mama und/oder Papa alles arrangiert haben für ihr Kind, das sie lieben. Lobpreis, Anbetung und Gottesdienst sagt: "Danke Papa/Mama. Ich liebe Dich!"

Es gibt kaum etwas, das mehr wiegt, als diese einfachen Worte, wenn sie ehrlich sind und aus dem Herzen kommen. Nichts gibt einem Vater mehr das Gefühl, dass er mit seinem Leben erfolgreich war. Nichts ist ein größerer Lohn für all die Mühe, Nöte und das Leid.


Die Frucht unserer Lippen

Frucht der Lippen

Es einen Unterschied zwischen innerer, unausgesprochener und ausgesprochener Anbetung. Und der hat etwas mit dem Auftrag der Gemeinde zu tun.

In Eph. 3, 10 sagt Paulus, dass es zu den Aufgaben der Gemeinde gehört, "den Fürstentümern und Gewalten in den himmlischen Örtern durch die Gemeinde kundgetan werde die gar mannigfaltige Weisheit Gottes, nach dem ewigen Vorsatz Gottes."

Engelwesen, selbst die mächtigsten, können nicht alles. Sie können z.B. nicht in das Herz eines Menschen sehen, das kann nur Gott. Und sie können auch keinen Gedanken lesen, selbst wenn sie Gedanken beeinflussen können. Und daher ist es von Bedeutung, dass wir das, was wir von Gott halten in Lobpreis, Anbetung und Gottesdienst zum Ausdruck bringen durch Aussprechen.

Frage: Was ist definitiver? Was Du denkst oder was Du sagst?

Wahrscheinlich definiert mich nach innen das, was ich denke, mehr als das, was ich sage. Aber nach außen definiert mich das, was ich sage, weil das, was ich denke bleibt unerkannt, da Menschen auch nicht ins Herz sehen oder Gedanken lesen können. Es ist wie der feine Unterschied zwischen Bescheid wissen und Bescheid geben.

Und was ist "die Frucht unserer Lippen"?

In Hos. 14, 2 heißt es: "Nehmt Worte mit euch und kehrt euch zum HERRN und sprecht zu ihm: Vergib uns alle Sünde und tu uns wohl, so wollen wir die Frucht unserer Lippen opfern".

Ohne Worte geht das nicht. Gedanken reichen hier nicht, sie müssen ausgesprochen werden.

Gott vergibt uns alle Sünde und tut uns wohl. Im Gegenzug dafür opfern wir die Frucht unserer Lippen und bringen "durch ihn Gott allezeit das Lobopfer dar, das ist die Frucht der Lippen, die seinen Namen bekennen." (Heb. 13, 15)

Die Frucht der Lippen ist unsere Danksagung und unser Lobpreis für all das Gute, das Gott uns getan hat und für die Vergebung aller Schuld und Sünde.


Lobpreis, Anbetung und Gottesdienst (Teil III)

Jesus und die Samariterin von Rembrandt

Jesus redet einmal mit einer samaritischen Frau über ihren Lebensdurst und das Wasser des Lebens. Sie versuchte ihren Lebensdurst mit Männern zu stillen. Darum sagte Jesus zu ihr: "Geh hin, ruf deinen Mann und komm wieder her! Die Frau antwortete und sprach zu ihm: Ich habe keinen Mann. Jesus spricht zu ihr: Du hast recht geantwortet: Ich habe keinen Mann. Fünf Männer hast du gehabt, und der, den du jetzt hast, ist nicht dein Mann; das hast du recht gesagt. Die Frau spricht zu ihm: Herr, ich sehe, dass du ein Prophet bist."

An diesem Punkt ist sie von der Notwendigkeit eines Erlösers überführt. Sie erkennt, dass sie Gott braucht und deswegen beten muss. Daher fragt sie weiter: "Unsere Väter haben auf diesem Berge angebetet, und ihr sagt, in Jerusalem sei die Stätte, wo man anbeten soll. (Mit anderen Worten: wo kann ich nun Gott finden?) Jesus spricht zu ihr: Glaube mir, Frau, es kommt die Zeit, dass ihr weder auf diesem Berge noch in Jerusalem den Vater anbeten werdet. Ihr wisst nicht, was ihr anbetet; wir wissen aber, was wir anbeten; denn das Heil kommt von den Juden. Aber es kommt die Zeit und ist schon jetzt, in der die wahren Anbeter den Vater anbeten werden im Geist und in der Wahrheit; denn auch der Vater will solche Anbeter haben. Gott ist Geist, und die ihn anbeten, die müssen ihn im Geist und in der Wahrheit anbeten." (Joh. 4, 16-24)


Ein Ausdruck von Geist und Wahrheit

Offensichtlich hat Gott genaue Vorstellungen in Bezug auf seine Anbetung. Es soll ein Ausdruck von Geist und Wahrheit sein. Und nachdem Gott nun der einzige ist, den wir loben und anbeten, macht es doch eigentlich nur Sinn, wenn wir das so tun, wie er das möchte, oder? Also müssen wir unsere Anbetung mal auf den Prüfstand stellen und fragen: im Geist und in der Wahrheit


Anbetung im Geist und in der Wahrheit

Anbetung im Geist meint, dass Gott Geist ist und uns im Geist begegnen möchte. Das ist weit jenseits von bestimmten Orten und Zeiten und religiöser Formen.

Die Anbetung falscher Götter unterscheidet sich von der Anbetung des Vaters in der Sache des Zugangs:


Lobpreis und Anbetung

Das ist mehr als ein Ritual zu Beginn des Gottesdienstes, es muss Ausdruck des Geistes sein, viel kraftvoller als eine bloße körperliche Aktivität.

Lobpreis, Anbetung und Gottesdienst ist die Darbringung unseres Lebens.

Paulus definiert den äußersten geistlichen Anbetungsdienst nicht als ein Treffen zum Liedersingen in der Gemeinde, sondern als ein Opfer, das jemand mit seinem Leben Gott darbringt. In Röm. 12, 1 schreibt Paulus: "Ich ermahne euch nun, liebe Brüder, durch die Barmherzigkeit Gottes, dass ihr eure Leiber hingebt als ein Opfer, das lebendig, heilig und Gott wohlgefällig ist. Das sei euer vernünftiger Gottesdienst."

Die höchste Anbetung, die jemand äußern kann, ist dass er zu Gott sagt: "Hier bin in mit meinem ganzen Leben. Ich geb' es Dir. Mach' was draus zu Deiner Ehre."

Opfer sind ein Mittel Gottes zu unserer Veränderung. Wir bekennen z.B. Gott unsere "Flecken", damit er sie aus unseren Aufzeichnungen löschen kann. Wir "opfern" ihm (im Sinne von aufgeben) all die falschen Dinge, die uns von ihm trennen und die Sühnungstat Christi transferiert unsere Schuld und die damit verbundene Strafe auf ihn.


Lobpreis, Anbetung und Gottesdienst verändert uns

mit unverhülltem Angesicht

In 2. Kor. 3, 18 drückt Paulus das so aus: "Wir alle schauen mit unverhülltem Angesicht (d.h. wir brauchen uns vor Gott nicht zu schämen) die Herrlichkeit des Herrn und spiegeln sie mit unserem Leben wider. So werden in das gleiche Bild umgestaltet, das wir anschauen, von Herrlichkeit. Das geschieht durch den Herrn, der der Geist ist."

Die Anbetung des wahren und lebendigen Gottes formt uns zunehmend um in das Bild des Gottes, den wir anbeten. "Wir werden wir ihm gleich sein; denn wir werden ihn sehen, wie er ist." (1. Joh. 3, 2)

Gleiches gilt übrigens auch für die Anbetung von Götzen. Der Psalmist sagt: "Götzen sind aus Silber und Gold. Sie sind Machwerke von Menschenhänden. Sie haben Münder, die nicht sprechen, Augen, die nichts sehen, Ohren, die nichts hören, Nasen, die nichts riechen, Hände, die nichts fühlen, Füße, die sich nicht bewegen, und aus ihren Kehlen kommt kein Laut. Genauso werden, die diese Götzen geschaffen haben, und alle, die sich auf sie verlassen!" (Ps. 115, 4-8)


Lobpreis, Anbetung und Gottesdienst ist eine Sache von Wahrheit

Es ist schon erstaunlich, aber Jesus hat doch tatsächlich dem Vater gedankt, dass er die Wahrheit verborgen hat - vor Leuten, die meinen, dass sie es selbst herausfinden können, wie die Dinge wirklich sind (Luk. 10, 21).

Interessant- und tröstlich zugleich, nicht wahr, dass die Wahrheiten Gottes für die "klugen und gebildeten" nicht einfacher zu erkennen sind, als für den Rest der Menschen. Das hat zwei gute Gründe:

Erstens: Gott möchte, dass wir ihm und seinem Wort glauben, statt zu denken, dass wir's auch ohne ihn herausfinden und zustande bringen werden.

Zweitens: Gott möchte, dass wir uns seiner rühmen und nicht uns selbst. Denn Lobpreis ist schließlich, sich Gottes zu rühmen.


Lobpreis, Anbetung und Gottesdienst (Teil II)

Lächel-Fratze

Paulus schreibt an die Christen in Thessalonikki: "Freuet euch allezeit; betet unablässig; danksaget in allem, denn dieses ist der Wille Gottes in Christo Jesu für euch."


Die Wahrheit:

Sie beginnt mit: "So sehr hat Gott die Welt geliebt, dass er seinen eingeborenen Sohn gab ..."

Gott hat weder ein Interesse daran, seine adoptierten Kinder für etwas bezahlen zu lassen, noch sie beständig zu prüfen. Sein Interesse besteht darin, für seine Kinder zu tun, was sie selbst nicht und niemals tun könnten.

Es heißt "danksaget in allem" und nicht "danksaget für alles", nicht für den verlorenen Job oder die zerbrochene Beziehung, sondern inmitten all der Widrigkeiten sollen wir uns an die Güte und Gnade Gottes erinnern und unsere Aufmerksamkeit auf den lenken, der über allen Verlust und alle Zerbrochenheit, die uns umgibt, erhaben ist und uns hoch ziehen kann.
Alleinsegler auf dem Ozean
Er hat die Welt nicht so gemacht, wie sie jetzt ist mit all dem Schaden, Unfruchtbarkeit, der Vergeblichkeit und all dem Schmerz. Was er ursprünglich gemacht hat, war Eden, ein Garten mit allem, was gefällt und gut ist.

Paulus sagt nicht: "Gott ist es wurscht, wie hart Dein Leben ist und wie es Dir geht, Hauptsache Du preist ihn, denn dafür bist Du ja auch da ... und dafür bist Du auch gut genug. Nein, es geht ihm darum, dass wir erkennen, dass er die Ressource ist, die wir brauchen, wenn es hart auf hart kommt und dass er uns entschädigen wird, wenn wir Schaden erlitten haben. Er ist die Hilfe in aller Not und er kann sogar die Dinge ändern, an die wir nicht mal ran kommen. Er ist der einzige, der sie wirklich und nachhaltig ändern kann.

Die Welt, die uns umgibt, ist so verstimmt, so weit ab von dem Klang, den Gott ihr ursprünglich verliehen hat, dass die Stimme von jemandem, der den Herrn preist, sich einfach von der Masse der übrigen abheben muss.

Lobpreis, Anbetung und Gottesdienst sind die beste Art und Weise, unsere Ängste, Sorgen und Zweifel zu überwinden.

Lobpreis, Anbetung und Gottesdienst gibt uns ein Gefühl der Hoffnung inmitten eines übermächtigen Gefühles des "Alleinsam-Seins":

Fazit:

Werner Schmidbauer singt in einem seiner Lieder: "Nur ein Gedanke an Di kriagt mi wieda hi". Darum geht's: Dass wir uns als Christen eine Kultur aneignen, die im Angesicht des Grauens freudig zu Gott betet, "der unsere Hilfe ist, in den Nöten, die uns getroffen haben" (Ps. 46, 2). Und das mit Danksagung für all das, was er schon getan hat.


Lobpreis, Anbetung und Gottesdienst (Teil I)

das ALPHA-Männchen

Der Apostel Paulus schreibt: "Durch Gottes Gnade bin ich, was ich bin, und sein gnädiges Handeln an mir ist nicht ohne Wirkung geblieben. Mehr als alle habe ich mich abgemüht - nicht ich, sondern die Gnade Gottes zusammen mit mir." (1. Kor. 15, 10)

Mir gefällt die ALPHA-Kurs-Devise: "Christus verkünden wir. Mit aller Weisheit, die Gott uns gegeben hat, ermahnen wir die Menschen und unterweisen sie im Glauben, damit jeder Einzelne durch die Verbundheit mit Christus reif und mündig wird. Dafür kämpfe ich, und dafür mühe ich mich ab. Die Gnade Christi, die mit ihrer Macht in mir wirkt, schenkt mir die Kraft dazu." (Kol. 1, 28+29)

Was ist das für eine Kraft?

Es ist die Kraft der Liebe, die wir alle kennen. Wenn wir in jemanden verliebt sind, dann tragen wir diese Kraft als ein intensives Verlangen in uns. Wir sehnen uns nach einer engen Beziehung mit dem Geliebten. Wir wollen dann ganz viel bei dem Geliebten sein. Wir wollen ihn nah um uns haben. Wir wollen mit ihm reden, mit ihm Dinge tun und erleben und dann das Erlebte mit ihm teilen. Wir wollen mit ihm irgendwie innerlich zusammen kommen, die Gedanken und Gefühle mit ihm teilen und tief berührt werden von ihm, oder?

Wenn es in Deinem Leben jemanden gibt, den Du liebst, hier ist der Lackmus-Test, ob Du immer noch in ihn verliebt bist:

Engagierst Du Dich noch so richtig in der Beziehung? Tust Du nicht nur das Nötigste, sondern das Äußerste? Oder ist die erste Liebe schon abgeklungen oder gar erkaltet?

Normalerweise entsteht Verliebten zwischen schnell eine ganz eigene gemeinsamen Sprache, mit der es gelingt, die Gefühle in Worte umzuformen, so dass man sie zum Ausdruck bringen und der andere sie verstehen kann. Das muss man auch, sonst platzt man. Die Gefühle in Worten kann man dann über weite Entfernungen hinweg zum andern schicken, z.B. via Telefon, e-mail, ICQ, Briefen oder auch Gebeten. Denn auch die Liebe zu Gott will sich ausdrücken, das tut sie in Lobpreis, Anbetung und Gottesdienstteilnahme.


Tag und Nacht

die Verehrung Gottes

In Off. 4, 8 bekommen wir Einblick in die geistliche Welt. Wir sehen da, wie die vier lebendigen Wesen, die für ganze schöpfung stehen, folgendes tun: "Sie hören Tag und Nacht nicht auf zu sagen: Heilig, heilig, heilig, Herr, Gott, Allmächtiger, der da war und der da ist und der da kommt!" Die Verehrung des höchsten Gottes ist die bedeutungsvollste Aktivität im ganzen All. Sie geschieht unentwegt.

Die moderne Physik scheint das zu bestätigen, denn sie sagt uns, dass alles im Universum eine Frequenz hat, ob wir sie nun ören können oder nicht. Alles ist in Bewegung, in Schwingung, oder poetisch gesoprochen hat eine Stimme oder einen Gesang. Jesus bestätigt das, wenn er der Aufforderung der Pharisäer, seinen Jüngern zu verbieten, dass sie ihn preisen, mit den Worten entgegnet: "Ich sage euch, wenn diese schweigen, so werden die Steine schreien." (Lk. 19, 40)

Und in genau das werden wir hineingenommen, wenn wir uns hinein nehmen lassen. Damit das für uns möglich wird, hat Jesus sein Leben als Sühne gegeben. Jetzt müssen wir nur noch teilnehmen.

Koinonia:

Das griechische Wort "Koinonia" bedeutet Gemeinschaft, die durch Teilhaben und Teilnehmen entsteht und bezeichnet im Neuen Testament sowohl die Gemeinschaft der Glaubenden in der Verbundenheit mit Jesus Christus als auch die Solidarität und gegenseitige Verantwortung innerhalb der christlichen Gemeinden.


Gottesdienst - wozu?

Jugendgottesdienst in Stuttgart

Falsche Konzepte:

Anbetung ist nicht etwas, das Gott verlangt, als ob er jemand wäre, der es bräuchte, beständig gelobt zu werden, weil er etwa so eitel und sein Ego so geschwollen ist. Oder weil er etwa so verunsichert wäre, dass er es braucht, dass man ihm beständig sagt, wer er ist und wie gut er ist.

Es ist auch nicht so, dass Gott ständig in der Gefahr ist, mies drauf zu kommen, um dann furchtbar zornig zu werden wegen all der Sünden (die ja eigentlich schon durch Christus gesühnt sind). Besser er wird mit Lobpreis und Gebeten besänftigt. Diese Auffassung findet sich eher in Naturreligionen.

Es ist ganz und gar nicht so, dass Gott überhaupt irgendetwas von uns bräuchte. Oder gar Gefallen daran fände, dass wir ihm mit unseren Gesängen und Gebeten immer wieder versichern, dass er der Gott ist, der von Anfang an und vor aller Schöpfung war. Er weiß das und hat es nicht vergessen.

Es ist auch nicht so, dass Gott es braucht, dass er gepredigt und verkündigt wird. (Vielleicht braucht der Pastor das ...)

Lobpreis, Anbetung und Gottesdienst haben nur einen Zweck, nämlich uns enger, näher und intensiver in die Beziehung zu Gott zu bringen. Das brauchen wir, denn wir nehmen in dem Maß an Reife zu, wie unsere Nähe zu Gott und unsere Erkenntnis über ihn wächst.


Teilnehmender Gottesdienst - Voraussetzungen

Wenn wir Gott preisen, anbeten und am Gottesdienst teilnehmen wollen, dann müssen wir als erstes teilnehmen, mit dabei sein, mitmachen.

Jemand hat einmal gesagt: "Die Welt besteht aus vier Menschentypen,

Aufmerksam für Gott
Zweitens müssen wir unsere Aufmerksamkeit und Gefühle auf Gott fokussieren, um die Verbindung herzustellen, wir müssen unsere Konzentration einsetzen und absichtlich gegenwärtig sein für Gott mit dem Verlangen, für ihn erreichbar und verfügbar zu sein.

Drittens erkennen und anerkennen wir mit Dankbarkeit sein Wirken in unserem Leben. (z.B. mithilfe eines Dank-ABCs). Wir sagen ihm, dass wir froh sind über all das, was wir schon über ihn und von ihm wissen.

Bedenke: Eine Dankdenkung ist noch keine Danksagung. Und für das Beten gilt in erster Linie folgende Regel: "Bete wie du nur kannst, nicht wie Du nicht kannst."

Viertens erinnern wir uns, dass wir nicht allein sind und es nie waren. In der Kontemplation nennt man das "Grounding". Die Idee ist, dass das wahre Selbst eines Christen sich in Christus gründet.

Kol. 2, 7: Wir sind "gegründet und auferbaut in ihm".
Apg. 17, 28: "In ihm leben und weben und sind wir".
Unsere tiefste Identität finden wir in Gott.

Es geht darum, bei Gott anzukommen.
Eine kleine Übung dazu:

Setze Dich auf Deine Hände und atme ganz normal weiter.
Jetzt verringere die Geschwindigkeit Deiner Atmung und komm' zur Ruhe.
Spüre Deine Hände unter Dir.
Spüre, wie Dein Atem langsam in Dich einströmt und ausströmt.
Jetzt halte Deinen Atem einen kleinen Moment in Dir fest und sprich in Gedanken nach: "HERR, du erforschest mich und kennst mich."
Lass Deinen Atem wieder ausströmen und halt' einen Moment inne.
Erinnere Dich an das eben Gedachte und sprich in Gedanken nochmals: "HERR, du erforschest mich und kennst mich."
Mach' das jetzt mit weiteren Teilen von Ps. 139, z.B.:
du weißt es, ob ich sitze oder stehe,
du verstehst, was ich denke, von ferne;
ob meinen Gedanken herumwandern oder ruhen, du weißt es;
du bist mit all meinen Wegen vertraut;
noch ehe ein Wort auf meine Zunge kommt, kennst du es schon
Du hältst mich von hinten und von vorne umschlossen
Du hast deine Hand unter mich gelegt. Spüre, die Hände, die unter dir sind und erinnere Dich an all das Gute, das er schon an Dir getan hat und schöpfe Hoffnung für die Zukunft.
Sag' laut Dank und proklamiere auf machtvolle Weise die Wahrheit über Gott: Er ist gut und was er tut, ist gut.