Lobpreis, Anbetung und Gottesdienst (Teil VI)
Der Apostel Paulus schreibt in Kol. 1, 18: "Er ist das Haupt des Leibes, der
Versammlung, welcher der Anfang ist, der Erstgeborene aus den Toten, auf dass
er in allem den Vorrang habe."
Wer versammelt wen? Und was heißt Vorrang haben? Wie sieht das praktisch aus?
Lobpreis, Anbetung und Gottesdienst haben jedenfalls mit dem zu tun, der Vorrang in allem hat. Und Vorrang haben tut
etwas oder jemand, wenn es oder er wichtiger als etwas oder jemand anderes geworden ist. Mit anderen Worten: Es geht
darum, dass Jesus Christus zunehmend wichtiger wird, bis er wichtiger als alles
andere ist. Ist das in Deinem Leben so? Oder ist zumindest in Deinem Leben der Prozess noch in Gang, dass Jesus
wichtiger und wichtiger wird?
Lobpreis, Anbetung und Gottesdienst ist die ganz natürliche Verhaltensreaktion
eines Herzens, das einen ersten Geschmack von der Liebe Gottes und einen kleinen Blick auf die Herrlichkeit Gottes
erheischen konnte.
Lobpreis, Anbetung und Gottesdienst ist ein Zusammentreffen mit dem Geist des Gottes
der Liebe, der als einziger das Liebes-Vakuum in unserem Herzen füllen kann. Ein Mensch kann das nicht. Er kann
uns nicht mit der Liebe Gottes lieben. Er wird damit überfordert sein. Nur Gott kann dieses innerste aller Defizite füllen.
Aber wenn wir unser Liebes-Defizit nicht von Gott gefüllt bekommen, werden wir versuchen, das aus anderen Menschen
herauszusaugen, wie mit einem langen unsichtbaren Strohhalm, den wir in die Herzen der anderen stecken und dann saugen.
Lobpreis, Anbetung und Gottesdienst ist eine Sache von leidenschaftlicher Liebe,
mit der nichts im Leben einer Gemeinde zu vergleichen ist. Es ist einer der teuersten, wertvollsten und zugleich
beeindruckendsten Momente, wenn eine Versammlung mit inständiger Leidenschaft ihren ganzen emotionalen Dank an
Gott zum Ausdruck bringt.
Leidenschaft ist es, wenn man getrieben vom Wunsch, das Beste und Äußerste zu geben, bis an die Grenzen gegangen ist
und anschließend immer noch nicht ganz zufrieden ist. Leidenschaft ist es dann, wenn Du innerlich so stark beteiligt bist,
dass Du nicht davon lassen kannst.
Lobpreis, Anbetung und Gottesdienst ist kein "Zuschauer-Sport".
Lobpreis, Anbetung und Gottesdienst ist ein Verb, ein Tun-Wort. Und: Man muss nicht singen können, um Gott zu preisen,
aber muss mit von der Partie sein.
Werte für Lobpreis, Anbetung und Gottesdienst
Lobpreis, Anbetung und Gottesdienst erfordern Sehnsucht, Anwesenheit, Zeit und Sprache.
Sehnsucht, weil es sonst fade schmeckt.
Anwesenheit, weil das rein platonisch gar nicht geht.
Zeit, weil es Zeit in Anspruch nimmt.
Sprache, weil man es sonst nicht mitbekommen kann.
Lobpreis, Anbetung und Gottesdienst ist ein Geschenk der Gegenwart Gottes. Zwar ist Gott immer gegenwärtig, aber mit
Lobpreis, Anbetung und Gottesdienst ruft er uns in seine Gegenwart und hilft uns, diese wahr zu nehmen.
Einige halten in Lobpreis, Anbetung und Gottesdienst Ausschau nach Gott und hoffen, ihn darin zu finden. Zutreffender
jedoch ist, dass er es ist, der nach Dir Ausschau hält und hofft, Dich in Lobpreis, Anbetung und Gottesdienst zu finden.
Und? Findet er Dich da noch?
Lobpreis, Anbetung und Gottesdienst braucht fünf elementare Werte:
- Verehrung - die da sagt: Nicht ich und meine Anliegen sind wichtig, sondern Jesus Christus ist die zentrale Figur in der Geschichte der Menschheit und den geh' ich jetzt anbeten.
- Dankbarkeit - die da nicht vergessen hat, dass es den Angebeteten einen sehr
hohen Preis gekostet hat, die Gemeinschaft mit Gott wieder möglich zu machen. Es gab da einen Holocaust (= Brandopfer)
an einem Mann namens Jesus Christus von Nazareth. Der war notwendig wegen unserer Sünde, wegen Deiner Sünde.
Frage: Bittest Du Gott noch, dir Sündenerkenntnis zu schenken, damit Du richtig wertschätzen kannst, was Christus für Dich getan hat und wie nötig Du das hattest? - Deklaration - die da der sichtbaren und unsichtbaren Welt kund tut, dass es da
einen Gott gibt, der einfach geliebt werden muss, weil er so einzigartig gut und wahr ist.
Von den Feinden kann eine Deklaration leicht als Kriegserklärung aufgefasst werden, was die Lopreisung, Anbetung und der Gottesdienst für den lebendigen und wahren Gott letztlich auch ist. Die "Pseudo-Götter" werden sich schnell beleidigt fühlen.
- Erneuerung und Ermutigung - die da unser Herz berühren und uns aufrufen wird, uns zu ändern; - die da unser Denken dehnen und unsere Vorurteile herausfordern wird; - die da unsere Gefühle ansprechen und uns auffordern wird, unsere Dankbarkeit und Liebe zum Ausdruck zu bringen; - die uns stark machen und uns neue Moral einhauchen wird.
- Beteiligung - die da nicht sagt: "Ich bin mit von der Partie!"
Lobpreis, Anbetung und Gottesdienst ist eine gute Einrichtung Gottes, um uns zu neuer Kraft, Ganzheit, Heilung und charakterlicher Reife zu bringen.
Lobpreis, Anbetung und Gottesdienst (Teil V)
In 1.Sam. 30, 1-6 lesen wir: "Als nun David mit seinen Männern am dritten Tage nach Ziklag kam, waren die Amalekiter
eingefallen ins Südland und in Ziklag und hatten Ziklag eingenommen und mit Feuer verbrannt und hatten die Frauen und
alles, was in der Stadt war, Klein und Groß, gefangen genommen. Sie hatten aber niemand getötet, sondern sie weggeführt
und waren abgezogen. Als nun David mit seinen Männern zur Stadt kam und sah, dass sie mit Feuer verbrannt war und ihre
Frauen, Söhne und Töchter gefangen waren, erhoben David und die Leute, die bei ihm waren, ihre Stimme und weinten,
bis sie nicht mehr weinen konnten ... Und David geriet in große Bedrängnis, weil die Leute ihn steinigen wollten; denn die
Seele des ganzen Volks war erbittert, ein jeder wegen seiner Söhne und Töchter. David
aber stärkte sich in dem HERRN, seinem Gott."
Wie hat David das gemacht, sich in dem Herrn, seinem Gott gestärkt?
Zum Glück hat David einige Passagen seines Gebetslebens vertont und dadurch sind sie erhalten geblieben in den Psalmen,
wie z.B. in Ps. 71,14-16:
"Ich gebe die Hoffnung niemals auf; auch in Zukunft werde ich dich preisen. Ich werde allen sagen, wie treu du bist; den
ganzen Tag will ich erzählen, wie du hilfst - deine Wohltaten sind nicht zu zählen. Ich werde deine großen Taten preisen,
HERR, mein Gott! Nur noch von dir und deiner Treue will ich reden."
David verleiht der verbliebenen Hoffnung eine Stimme auf der Grundlage der Treue Gottes. Das stärkt die Moral.
Oder in Ps. 57, 2-11:
"Erbarm' dich, Gott, hab' Erbarmen mit mir! Bei dir suche ich Zuflucht, im Schutz deiner Flügel will ich mich bergen, bis
das Unglück vorüber ist. Zu Gott, dem Höchsten, schreie ich, zu ihm, der sich auf meine Seite stellt. Vom Himmel her
wird er mir Hilfe schicken ... Mein Herz ist ruhig geworden, Gott, ich fühle mich wieder sicher; mit einem Lied will ich
dich preisen. Wach auf, mein Herz! Harfe und Laute, wacht auf, denn heute will ich die Sonne wecken! Dir, Herr, bringe
ich meinen Dank, von dir will ich singen vor allen Völkern; denn deine Güte reicht bis an den Himmel und deine Treue, so
weit die Wolken ziehen!"
David stellt sich dem Unglück nicht in den Weg, sondern verkriecht sich in Gott bis das Schlimmste vorbei ist.
So kann das Herz zur Ruhe kommen und zu neuem Leben erweckt werden.
Oder in Ps. 56,3-5:
"Viele bekämpfen mich in ihrem Hochmut. Doch wenn ich Angst bekomme, setze ich mein Vertrauen auf dich. Ich preise
Gott für sein helfendes Wort. Ich vertraue ihm und ängstige mich nicht."
Wenn man es mit der Angst zu tun bekommt, hilft ihm nur eins: Sein Vertrauen auf Gottes Wort setzen!
Oder in Ps. 34, 4-7:
"Preist mit mir die Taten des HERRN; lasst uns gemeinsam seinen Namen ehren! Ich wandte mich an den HERRN und er
antwortete mir; er befreite mich von allen meinen Ängsten. Wenn ihr zum HERRN blickt, dann leuchtet euer Gesicht,
euer Vertrauen wird nicht enttäuscht. Hier steht einer, der um Hilfe rief. Der HERR hat
ihn gehört und ihn aus jeder Bedrängnis gerettet."
Was David erlebt hat, können wir auch erleben, wenn wir uns daran erinnern, dass es eine intensive Verbindung gibt
zwischen Lobpreis, Anbetung und Gottesdienstteilnahme und dem Schöpfen von neuem Glauben und neuer Hoffnung:
Lobpreis, Anbetung und Gottesdienst ist neue Hoffnung und Kraft schöpfen. So
stärkt man sich im Herrn.
Lobpreis, Anbetung und Gottesdienst (Teil IV)
In Jes. 43, 21 sagt Gott durch den Propheten, "das Volk, das ich mir bereitet habe, soll meinen Ruhm verkündigen." Zu
diesem Volk aus allen Nationen, Sprachen und Stämmen gehören wir. Was will uns daran hindern?
Eine Falle ist zu glauben, dass wir nicht gut genug sind, um Gott zu preisen,
anzubeten und ihm zu dienen. Meist aus einem Gefühl der Schuld und Scham. Das verhindert, dass wir freudig mit
einstimmen.
Ein Poet hat es einmal mit diesen Worten ausgedrückt: "Du hast mich gesucht und Du hast mich gefunden
gefangen, geängstigt, in Sünden gebunden, geschlagen, geschunden, voll blutender Wunden
gepeinigt von Scham musst' ich die Schmach meiner Schulden erdulden
ich wär' am liebsten vor Dir in der Hölle verschwunden
doch Du hast mich in meinen Stolz überwunden
und mich entführt zum Gesunden."
Die Wahrheit ist, dass das Opfer, das Jesus gebracht hat, uns aus der Sicht Gottes
fortwährend angenehm, ja sogar wohlgefällig gemacht hat.
Lobpreis, Anbetung und Gottesdienst ist immer über das, was Gott getan hat,
nicht wir.
Lobpreis, Anbetung und Gottesdienst feiert alles, was Jesus für uns getan hat.
Eine weitere Falle ist zu glauben, dass unser Lobpreis, Anbetung und Gottesdienst
nicht gut ist (oder häufig genug oder lang genug), um Gott zu gefallen. Das ist Leistungsdenken bzw. Gesetzlichkeit. Sie
ist eine Denkart, die immer irgendwie heilig aus,sieht aber sie verschiebt die Last von
Gottes Schultern auf unsere und richtet die Aufmerksamkeit auf unsere Werke statt auf seine.
Lobpreis, Anbetung und Gottesdienst ist aber immer über das, was Gott getan hat,
nicht wir.
Lobpreis, Anbetung und Gottesdienst feiert alles, was Jesus für uns getan hat.
Eine dritte Falle ist, unserer Kultur zu glauben, in der wir heranwachsen, leben und Christen werden, die uns sagt, dass
"Glaube eine Privatsache" ist. Das beeinflusst sowohl die Art und Weise wie wir das Evangelium bezeugen, als auch wie wir
anbeten.
Der Gedanke, dass unser Leben das Evangelium bezeugen soll, ist im Prinzip eine gute Idee, aber wenn wir den Leuten, die
unser Leben sehen, nichts von Jesus Christus sagen, dann werden sie keine Chance haben zu glauben, denn
der Glaube kommt aus der Predigt (Röm. 10, 17).
Wie im Himmel so auf Erden
Lobpreis, Anbetung und Gottesdienst ist die vorherrschende Aktivität im Himmel
und eines der Dingen, die hier auf Erden geschehen können wie im Himmel.
Obwohl die Engel im Himmel und um den Thron Gottes herum unablässig einen majestätischen Lobpreis vortragen, liebt
der Vater den Klang der Stimmen seiner Kinder mehr, die einfach und ehrlich sagen: "Danke Papa, dass Du das für mich
gemacht hast."
Lobpreis, Anbetung und Gottesdienst ist Ausdruck der Dankbarkeit eines Kindes,
das erkannt hat, was Mama und/oder Papa alles arrangiert haben für ihr Kind, das sie lieben. Lobpreis, Anbetung und
Gottesdienst sagt: "Danke Papa/Mama. Ich liebe Dich!"
Es gibt kaum etwas, das mehr wiegt, als diese einfachen Worte, wenn sie ehrlich sind und aus dem Herzen kommen.
Nichts gibt einem Vater mehr das Gefühl, dass er mit seinem Leben erfolgreich war. Nichts ist ein größerer Lohn für all
die Mühe, Nöte und das Leid.
Die Frucht unserer Lippen
Es einen Unterschied zwischen innerer, unausgesprochener und ausgesprochener Anbetung. Und der hat etwas mit dem
Auftrag der Gemeinde zu tun.
In Eph. 3, 10 sagt Paulus, dass es zu den Aufgaben der Gemeinde gehört, "den
Fürstentümern und Gewalten in den himmlischen Örtern durch die Gemeinde kundgetan werde die gar mannigfaltige
Weisheit Gottes, nach dem ewigen Vorsatz Gottes."
Engelwesen, selbst die mächtigsten, können nicht alles. Sie können z.B. nicht in das Herz eines Menschen sehen, das kann
nur Gott. Und sie können auch keinen Gedanken lesen, selbst wenn sie Gedanken beeinflussen können. Und daher ist es von
Bedeutung, dass wir das, was wir von Gott halten in Lobpreis, Anbetung und Gottesdienst zum Ausdruck bringen durch
Aussprechen.
Frage: Was ist definitiver? Was Du denkst oder was Du sagst?
Wahrscheinlich definiert mich nach innen das, was ich denke, mehr als das, was ich sage. Aber nach außen definiert mich
das, was ich sage, weil das, was ich denke bleibt unerkannt, da Menschen auch nicht ins Herz sehen oder Gedanken lesen
können. Es ist wie der feine Unterschied zwischen Bescheid wissen und Bescheid geben.
Und was ist "die Frucht unserer Lippen"?
In Hos. 14, 2 heißt es: "Nehmt Worte mit euch und kehrt euch zum HERRN und sprecht zu ihm: Vergib uns alle Sünde und
tu uns wohl, so wollen wir die Frucht unserer Lippen opfern".
Ohne Worte geht das nicht. Gedanken reichen hier nicht, sie müssen ausgesprochen werden.
Gott vergibt uns alle Sünde und tut uns wohl. Im Gegenzug dafür opfern wir die Frucht unserer Lippen und bringen "durch
ihn Gott allezeit das Lobopfer dar, das ist die Frucht der Lippen, die seinen Namen bekennen." (Heb. 13, 15)
Die Frucht der Lippen ist unsere Danksagung und unser Lobpreis für all das Gute, das Gott uns getan hat und für die
Vergebung aller Schuld und Sünde.
Lobpreis, Anbetung und Gottesdienst (Teil III)
Jesus redet einmal mit einer samaritischen Frau über ihren Lebensdurst und das Wasser des Lebens. Sie versuchte
ihren Lebensdurst mit Männern zu stillen. Darum sagte Jesus zu ihr: "Geh hin, ruf deinen Mann und komm wieder her!
Die Frau antwortete und sprach zu ihm: Ich habe keinen Mann. Jesus spricht zu ihr: Du hast recht geantwortet: Ich
habe keinen Mann. Fünf Männer hast du gehabt, und der, den du jetzt hast, ist nicht dein Mann; das hast du recht gesagt.
Die Frau spricht zu ihm: Herr, ich sehe, dass du ein Prophet bist."
An diesem Punkt ist sie von der Notwendigkeit eines Erlösers überführt. Sie erkennt, dass sie Gott braucht und deswegen
beten muss. Daher fragt sie weiter: "Unsere Väter haben auf diesem Berge angebetet, und ihr sagt, in Jerusalem sei die
Stätte, wo man anbeten soll. (Mit anderen Worten: wo kann ich nun Gott finden?) Jesus spricht zu ihr: Glaube mir, Frau,
es kommt die Zeit, dass ihr weder auf diesem Berge noch in Jerusalem den Vater anbeten werdet. Ihr wisst nicht, was ihr
anbetet; wir wissen aber, was wir anbeten; denn das Heil kommt von den Juden. Aber es kommt die Zeit und ist schon
jetzt, in der die wahren Anbeter den Vater anbeten werden im Geist und in der Wahrheit; denn auch der Vater will solche
Anbeter haben. Gott ist Geist, und die ihn anbeten, die müssen ihn im Geist und in der Wahrheit anbeten." (Joh. 4, 16-24)
Ein Ausdruck von Geist und Wahrheit
Offensichtlich hat Gott genaue Vorstellungen in Bezug auf seine Anbetung. Es soll ein Ausdruck von Geist und
Wahrheit sein. Und nachdem Gott nun der einzige ist, den wir loben und anbeten, macht es doch eigentlich nur Sinn, wenn
wir das so tun, wie er das möchte, oder? Also müssen wir unsere Anbetung mal auf den Prüfstand stellen und fragen:
- Wie beten wir eigentlich Gott an?
- Ist das Anbetung im Geist und in der Wahrheit?
- Wie schaut eine Anbetung im Geist und in der Wahrheit denn eigentlich aus?
- Was sind die Kriterien, an denen ich erkennen kann, ob wir den Vater im Geist und in der Wahrheit anbeten?
- Tun wir das?
- Und wenn nicht, warum eigentlich nicht?
- Und was machen wir denn anders?
Anbetung im Geist und in der Wahrheit
Anbetung im Geist meint, dass Gott Geist ist und uns im Geist begegnen möchte. Das ist
weit jenseits von bestimmten Orten und Zeiten und religiöser Formen.
Die Anbetung falscher Götter unterscheidet sich von der Anbetung des Vaters in der
Sache des Zugangs:
- Sind bestimmte Tage des Jahres vielversprechender als die anderen?
- Sind bestimmte Reiniguns- und Konzentrationsrituale erforderlich, um sich Gott nahen zu dürfen?
- Braucht man eine bestimmte Ausstattung oder Unterstützung (z.B. Weihrauch, Gebetskette), um den Zugang zu Gott zu finden?
- Muss man erst ein bestimmtes Level an Erleuchtung oder Leistung erreicht haben, bevor man sein Anliegen vor Gott bringen kann?
Lobpreis und Anbetung
Das ist mehr als ein Ritual zu Beginn des Gottesdienstes, es muss Ausdruck des Geistes sein, viel kraftvoller als eine
bloße körperliche Aktivität.
Lobpreis, Anbetung und Gottesdienst ist die Darbringung unseres Lebens.
Paulus definiert den äußersten geistlichen Anbetungsdienst nicht als ein Treffen zum Liedersingen in der Gemeinde,
sondern als ein Opfer, das jemand mit seinem Leben Gott darbringt. In Röm. 12, 1 schreibt Paulus: "Ich ermahne euch nun,
liebe Brüder, durch die Barmherzigkeit Gottes, dass ihr eure Leiber hingebt als ein
Opfer, das lebendig, heilig und Gott wohlgefällig ist. Das sei euer vernünftiger Gottesdienst."
Die höchste Anbetung, die jemand äußern kann, ist dass er zu Gott sagt: "Hier bin in mit meinem ganzen Leben. Ich geb' es
Dir. Mach' was draus zu Deiner Ehre."
Opfer sind ein Mittel Gottes zu unserer Veränderung. Wir bekennen z.B. Gott unsere "Flecken", damit er sie aus unseren
Aufzeichnungen löschen kann. Wir "opfern" ihm (im Sinne von aufgeben) all die falschen Dinge, die uns von ihm trennen
und die Sühnungstat Christi transferiert unsere Schuld und die damit verbundene Strafe auf ihn.
Lobpreis, Anbetung und Gottesdienst verändert uns
In 2. Kor. 3, 18 drückt Paulus das so aus: "Wir alle schauen mit unverhülltem Angesicht (d.h. wir brauchen uns vor Gott
nicht zu schämen) die Herrlichkeit des Herrn und spiegeln sie mit unserem Leben wider. So werden in das gleiche Bild
umgestaltet, das wir anschauen, von Herrlichkeit. Das geschieht durch den Herrn, der der Geist ist."
Die Anbetung des wahren und lebendigen Gottes formt uns zunehmend um in das Bild des Gottes, den wir anbeten.
"Wir werden wir ihm gleich sein; denn wir werden ihn sehen, wie er ist." (1. Joh. 3, 2)
Gleiches gilt übrigens auch für die Anbetung von Götzen. Der Psalmist sagt: "Götzen sind aus Silber und Gold. Sie sind
Machwerke von Menschenhänden. Sie haben Münder, die nicht sprechen, Augen, die nichts sehen, Ohren, die nichts hören,
Nasen, die nichts riechen, Hände, die nichts fühlen, Füße, die sich nicht bewegen, und aus ihren Kehlen kommt kein Laut.
Genauso werden, die diese Götzen geschaffen haben, und alle, die sich auf sie verlassen!" (Ps. 115, 4-8)
Lobpreis, Anbetung und Gottesdienst ist eine Sache von Wahrheit
Es ist schon erstaunlich, aber Jesus hat doch tatsächlich dem Vater gedankt, dass er die Wahrheit verborgen hat
- vor Leuten, die meinen, dass sie es selbst herausfinden können, wie die Dinge wirklich sind (Luk. 10, 21).
Interessant- und tröstlich zugleich, nicht wahr, dass die Wahrheiten Gottes für die "klugen und gebildeten" nicht
einfacher zu erkennen sind, als für den Rest der Menschen. Das hat zwei gute Gründe:
Erstens: Gott möchte, dass wir ihm und
seinem Wort glauben, statt zu denken, dass wir's auch ohne ihn herausfinden und zustande bringen werden.
Zweitens: Gott möchte, dass wir uns
seiner rühmen und nicht uns selbst. Denn Lobpreis ist schließlich, sich Gottes zu rühmen.
Lobpreis, Anbetung und Gottesdienst (Teil II)
Paulus schreibt an die Christen in Thessalonikki: "Freuet euch allezeit; betet unablässig; danksaget in allem, denn dieses ist der Wille Gottes in Christo Jesu für euch."
- Wie ist das zu verstehen? Und wie nicht?!
- Welche Gründe sollte Gott haben, das zu wollen?
- Verlangt er, dass wir feiern, auch wenn das Leben grad' mal nicht so gut läuft?
- Sollen wir mit einer aufgesetzten charismatischen "Lächel-Fratze" durch's Leben geh'n?
- Oder was will er uns durch die Worte von Paulus sagen?
- Will er, dass wir nicht klagen, dass wir es durchstehen, indem wir uns daran erinnern, dass es schlimmer hätte kommen können?
- Erwartet Gott, dass wir fröhlich bleiben, auch wenn wir grad' unsere Arbeit verloren haben? Oder unsere Gesundheit? Oder unsern Lebenspartner? Oder einen anderen geliebten Menschen?
- Oder will uns Gott damit testen? Will er sehen, ob wir gut drauf bleiben, auch wenn uns und denen, die wir lieben, schlimme Dinge zustoßen?
Die Wahrheit:
Sie beginnt mit: "So sehr hat Gott die Welt geliebt, dass er seinen eingeborenen Sohn gab ..."
Gott hat weder ein Interesse daran, seine adoptierten Kinder für etwas bezahlen zu lassen, noch sie beständig zu prüfen.
Sein Interesse besteht darin, für seine Kinder zu tun, was sie selbst nicht und niemals tun könnten.
Es heißt "danksaget in allem" und nicht "danksaget für
alles", nicht für den verlorenen Job oder die zerbrochene Beziehung, sondern inmitten
all der Widrigkeiten sollen wir uns an die Güte und Gnade Gottes erinnern und unsere Aufmerksamkeit auf den
lenken, der über allen Verlust und alle Zerbrochenheit, die uns umgibt, erhaben ist und uns hoch ziehen kann.
Er hat die Welt nicht so gemacht, wie sie jetzt ist mit all dem Schaden, Unfruchtbarkeit, der Vergeblichkeit und all dem
Schmerz. Was er ursprünglich gemacht hat, war Eden, ein Garten mit allem, was gefällt und gut ist.
Paulus sagt nicht: "Gott ist es wurscht, wie hart Dein Leben ist und wie es Dir geht, Hauptsache Du preist ihn, denn dafür
bist Du ja auch da ... und dafür bist Du auch gut genug. Nein, es geht ihm darum, dass wir erkennen, dass er die Ressource
ist, die wir brauchen, wenn es hart auf hart kommt und dass er uns entschädigen wird, wenn wir Schaden erlitten haben.
Er ist die Hilfe in aller Not und er kann sogar die Dinge ändern, an die wir nicht
mal ran kommen. Er ist der einzige, der sie wirklich und nachhaltig ändern kann.
Die Welt, die uns umgibt, ist so verstimmt, so weit ab von dem Klang, den Gott ihr ursprünglich verliehen hat, dass die
Stimme von jemandem, der den Herrn preist, sich einfach von der Masse der übrigen abheben muss.
Lobpreis, Anbetung und Gottesdienst sind die beste Art und Weise, unsere Ängste, Sorgen und Zweifel zu überwinden.
Lobpreis, Anbetung und Gottesdienst gibt uns ein Gefühl der Hoffnung inmitten eines übermächtigen Gefühles des
"Alleinsam-Seins":
- im Angesicht der unendlichen Größe des Alls (da versteht man schon den Wunsch, dass wir nicht allein sein wollen im Universum, denn wir fühlen uns wie der Alleinsegler mitten auf dem unendlichen Ozean mit seiner ganzen Naturgewalt)
- im Angesicht der Ungewissheit, was die Zukunft wohl bringen mag
- im Angesicht unseres Bedarfes an Nahrung (Hunger ist das Weltproblem Nummer 1)
- im Angesicht unseres Bedarfes an Freundschaft
- im Angesicht unseres Bedarfes an Freude
Fazit:
Werner Schmidbauer singt in einem seiner Lieder: "Nur ein Gedanke an Di kriagt mi wieda hi". Darum geht's: Dass wir uns als Christen eine Kultur aneignen, die im Angesicht des Grauens freudig zu Gott betet, "der unsere Hilfe ist, in den Nöten, die uns getroffen haben" (Ps. 46, 2). Und das mit Danksagung für all das, was er schon getan hat.
Lobpreis, Anbetung und Gottesdienst (Teil I)
Der Apostel Paulus schreibt: "Durch Gottes Gnade bin ich, was ich bin, und sein gnädiges Handeln an mir ist nicht ohne
Wirkung geblieben. Mehr als alle habe ich mich abgemüht - nicht ich, sondern
die Gnade Gottes zusammen mit mir." (1. Kor. 15, 10)
Mir gefällt die ALPHA-Kurs-Devise: "Christus verkünden wir. Mit aller Weisheit, die Gott uns gegeben hat, ermahnen wir
die Menschen und unterweisen sie im Glauben, damit jeder Einzelne durch die Verbundheit mit Christus reif und mündig
wird. Dafür kämpfe ich, und dafür mühe ich mich ab. Die Gnade Christi, die mit
ihrer Macht in mir wirkt, schenkt mir die Kraft dazu." (Kol. 1, 28+29)
Was ist das für eine Kraft?
Es ist die Kraft der Liebe, die wir alle kennen. Wenn wir in jemanden verliebt sind,
dann tragen wir diese Kraft als ein intensives Verlangen in uns. Wir sehnen uns nach einer engen Beziehung mit dem
Geliebten. Wir wollen dann ganz viel bei dem Geliebten sein. Wir wollen ihn nah um uns haben. Wir wollen mit ihm reden,
mit ihm Dinge tun und erleben und dann das Erlebte mit ihm teilen. Wir wollen mit ihm irgendwie innerlich zusammen
kommen, die Gedanken und Gefühle mit ihm teilen und tief berührt werden von ihm, oder?
Wenn es in Deinem Leben jemanden gibt, den Du liebst, hier ist der Lackmus-Test, ob Du immer noch in ihn verliebt bist:
Engagierst Du Dich noch so richtig in der Beziehung? Tust Du nicht nur das Nötigste,
sondern das Äußerste? Oder ist die erste Liebe schon abgeklungen oder gar erkaltet?
Normalerweise entsteht Verliebten zwischen schnell eine ganz eigene gemeinsamen Sprache, mit der es gelingt, die
Gefühle in Worte umzuformen, so dass man sie zum Ausdruck bringen und der andere sie verstehen kann. Das muss man
auch, sonst platzt man. Die Gefühle in Worten kann man dann über weite
Entfernungen hinweg zum andern schicken, z.B. via Telefon, e-mail, ICQ, Briefen oder auch Gebeten. Denn auch die Liebe
zu Gott will sich ausdrücken, das tut sie in Lobpreis, Anbetung und Gottesdienstteilnahme.
Tag und Nacht
In Off. 4, 8 bekommen wir Einblick in die geistliche Welt. Wir sehen da, wie die vier lebendigen Wesen, die für ganze
schöpfung stehen, folgendes tun: "Sie hören Tag und Nacht nicht auf zu sagen: Heilig, heilig, heilig, Herr, Gott,
Allmächtiger, der da war und der da ist und der da kommt!" Die Verehrung des höchsten Gottes ist
die bedeutungsvollste Aktivität im ganzen All. Sie geschieht unentwegt.
Die moderne Physik scheint das zu bestätigen, denn sie sagt uns, dass alles im Universum eine Frequenz hat, ob wir sie nun
ören können oder nicht. Alles ist in Bewegung, in Schwingung, oder poetisch gesoprochen hat eine Stimme oder einen
Gesang. Jesus bestätigt das, wenn er der Aufforderung der Pharisäer, seinen Jüngern zu verbieten, dass sie ihn preisen,
mit den Worten entgegnet: "Ich sage euch, wenn diese schweigen, so werden die Steine schreien." (Lk. 19, 40)
Und in genau das werden wir hineingenommen, wenn wir uns hinein nehmen lassen. Damit das für uns möglich wird,
hat Jesus sein Leben als Sühne gegeben. Jetzt müssen wir nur noch teilnehmen.
Koinonia:
Das griechische Wort "Koinonia" bedeutet Gemeinschaft, die durch Teilhaben und
Teilnehmen entsteht und bezeichnet im Neuen Testament sowohl die Gemeinschaft der Glaubenden in der
Verbundenheit mit Jesus Christus als auch die Solidarität und gegenseitige Verantwortung innerhalb der christlichen
Gemeinden.
Gottesdienst - wozu?
Falsche Konzepte:
Anbetung ist nicht etwas, das Gott verlangt, als ob er jemand wäre, der es
bräuchte, beständig gelobt zu werden, weil er etwa so eitel und sein Ego so geschwollen ist. Oder weil er etwa so
verunsichert wäre, dass er es braucht, dass man ihm beständig sagt, wer er ist und wie gut er ist.
Es ist auch nicht so, dass Gott ständig in der Gefahr ist, mies drauf zu kommen, um dann furchtbar zornig zu werden
wegen all der Sünden (die ja eigentlich schon durch Christus gesühnt sind). Besser er wird mit Lobpreis und Gebeten
besänftigt. Diese Auffassung findet sich eher in Naturreligionen.
Es ist ganz und gar nicht so, dass Gott überhaupt irgendetwas von uns bräuchte. Oder gar Gefallen daran fände, dass wir
ihm mit unseren Gesängen und Gebeten immer wieder versichern, dass er der Gott ist, der von Anfang an und vor aller
Schöpfung war. Er weiß das und hat es nicht vergessen.
Es ist auch nicht so, dass Gott es braucht, dass er gepredigt und verkündigt wird. (Vielleicht braucht der Pastor das ...)
Lobpreis, Anbetung und Gottesdienst haben nur einen Zweck, nämlich uns enger, näher
und intensiver in die Beziehung zu Gott zu bringen. Das brauchen wir, denn wir nehmen in dem Maß an Reife zu, wie unsere
Nähe zu Gott und unsere Erkenntnis über ihn wächst.
Teilnehmender Gottesdienst - Voraussetzungen
Wenn wir Gott preisen, anbeten und am Gottesdienst teilnehmen wollen, dann müssen wir
als erstes teilnehmen, mit dabei sein, mitmachen.
Jemand hat einmal gesagt: "Die Welt besteht aus vier Menschentypen,
- denen, die etwas in Gang setzen,
- denen, die mitmachen,
- denen, die nur zusehen und sich aufregen oder wundern, weil etwas geschieht,
- und denen, die sich hinterher fragen, was da jetzt eigentlich passiert ist."
Zweitens müssen wir unsere Aufmerksamkeit und Gefühle auf Gott fokussieren, um die Verbindung herzustellen, wir müssen unsere Konzentration einsetzen und absichtlich gegenwärtig sein für Gott mit dem Verlangen, für ihn erreichbar und verfügbar zu sein.
Drittens erkennen und anerkennen wir mit Dankbarkeit sein Wirken in unserem Leben. (z.B. mithilfe eines Dank-ABCs). Wir sagen ihm, dass wir froh sind über all das, was wir schon über ihn und von ihm wissen.
Bedenke: Eine Dankdenkung ist noch keine Danksagung. Und für das Beten gilt in erster Linie folgende Regel: "Bete wie du nur kannst, nicht wie Du nicht kannst."
Viertens erinnern wir uns, dass wir nicht allein sind und es nie waren. In der Kontemplation nennt man das "Grounding". Die Idee ist, dass das wahre Selbst eines Christen sich in Christus gründet.
Kol. 2, 7: Wir sind "gegründet und auferbaut in ihm".
Apg. 17, 28: "In ihm leben und weben und sind wir".
Unsere tiefste Identität finden wir in Gott.
Es geht darum, bei Gott anzukommen.
Eine kleine Übung dazu:
Setze Dich auf Deine Hände und atme ganz normal weiter.
Jetzt verringere die Geschwindigkeit Deiner Atmung und komm' zur Ruhe.
Spüre Deine Hände unter Dir.
Spüre, wie Dein Atem langsam in Dich einströmt und ausströmt.
Jetzt halte Deinen Atem einen kleinen Moment in Dir fest und sprich in Gedanken nach: "HERR, du erforschest mich und kennst mich."
Lass Deinen Atem wieder ausströmen und halt' einen Moment inne.
Erinnere Dich an das eben Gedachte und sprich in Gedanken nochmals: "HERR, du erforschest mich und kennst mich."
Mach' das jetzt mit weiteren Teilen von Ps. 139, z.B.:
du weißt es, ob ich sitze oder stehe,
du verstehst, was ich denke, von ferne;
ob meinen Gedanken herumwandern oder ruhen, du weißt es;
du bist mit all meinen Wegen vertraut;
noch ehe ein Wort auf meine Zunge kommt, kennst du es schon
Du hältst mich von hinten und von vorne umschlossen
Du hast deine Hand unter mich gelegt. Spüre, die Hände, die unter dir sind und erinnere Dich an all das Gute, das er schon an Dir getan hat und schöpfe Hoffnung für die Zukunft.
Sag' laut Dank und proklamiere auf machtvolle Weise die Wahrheit über Gott: Er ist gut und was er tut, ist gut.