Wenn der Geist kommt ... (Pfingsten 2008, Vilsbiburg, Andreas Eichberger)

Der Geist kommt

Nach Apostelgeschichte 1, 4+8 ist das vom Vater Zugesagte die Kraftwirkung vom Heiligen Geist, durch die wir Zeugen für ihn sein können. Wir sind nicht nur bestimmt, etwas zu bezeugen, so wie Menschen z.B. Zeugen eines Verkehrsunfalls sind, sondern jemanden zu bezeugen: Jesus als den Auferstandenen, den wir als in unserem Leben vorkommend bezeugen.

Der Heilige Geist

Das zeigt, dass die Geisteswirkungen im Alten Bund nicht die innere Veränderung hervorbringen konnten, was wir die Frucht des Geistes nennen. Dementsprechend bewegen sich viele Christen und vielleicht ganze charismatische Gemeinden eigentlich auf dem Niveau des Alten Testaments, was die Geisteswirkungen in ihrem Leben angeht, solange innere Veränderungen ausbleiben.

Durch dieses Hin und Her kann der Heilige Geist betrübt werden. Das kann uns auch passieren und soll verhindert werden. Das ist sozusagen das Schwanken zwischen Epheser 4 und 5, da es auf der einen Seite heißt: "Betrübt nicht den Heiligen Geist Gottes, mit dem ihr versiegelt seid für den Tag der Erlösung" (Eph. 4, 30), wo vorher und nachher gesagt wird, was darunter verstanden werden kann und auf der anderen Seite: "Lasst euch mit Heiligem Geist erfüllen" (Eph. 5, 18).

Aber schon im Alten Bund hat Gott eine Veränderung auch in unserem Inneren durch die Wirkung Seines Geistes verheißen: "Und ich will reines Wasser über euch sprengen, dass ihr rein werdet; von all eurer Unreinheit und von allen euren Götzen will ich euch reinigen. Und ich will euch ein neues Herz und einen neuen Geist in euch geben und will das steinerne Herz aus eurem Fleisch wegnehmen und euch ein fleischernes Herz geben. Ich will meinen Geist in euch geben und will solche Leute aus euch machen, die in meinen Geboten wandeln und meine Rechte halten und danach tun." (Hes. 36, 25-27)


Aber wie kommt es dazu?

Der Geist kommt

Gott schickt den Messias, den Retter, nicht wie einen der Richter, sondern mit einer anderen Qualität: Auf dem Knecht des Herrn, dem Messias ist der Geist dauerhaft (Jes. 42, 1; 61, 1), sodass er in Vollmacht dient.

Johannes der Täufer hat es bezeugt: "Ich sah, dass der Geist herabfuhr wie eine Taube vom Himmel und blieb auf ihm. Und ich kannte ihn nicht. Aber der mich sandte zu taufen mit Wasser, der sprach zu mir: Auf wen du siehst den Geist herabfahren und auf ihm bleiben, der ist's, der mit dem Heiligen Geist tauft. Und ich habe es gesehen und bezeugt: Dieser ist Gottes Sohn." (Joh. 1, 32-34)

Dann kündigt er an, dass Sein Bund künftig darin bestehen soll, den auf dem Messias ruhenden Geist auch den nachkommenden Generationen zuteil werden zu lassen, sodass sich in ihrem Mund Gottes Aussprüche finden: "Und dies ist mein Bund mit ihnen, spricht der HERR: Mein Geist, der auf dir ruht, und meine Worte, die ich in deinen Mund gelegt habe, sollen von deinem Mund nicht weichen noch von dem Mund deiner Kinder und Kindeskinder, spricht der HERR, von nun an bis in Ewigkeit." (Jes. 59, 21)

Auch in Jes. 44, 3 wird eine pauschalere Geistausgießung angekündigt: "Denn ich will Wasser gießen auf das Durstige und Ströme auf das Dürre: ich will meinen Geist auf deine Kinder gießen und meinen Segen auf deine Nachkommen."
Der Geist kommt
Noch grenzenloser ist die Verheißung aus Joel 3, 1, die Petrus am Pfingsttag zitiert: "Und nach diesem will ich meinen Geist ausgießen über alles Fleisch, und eure Söhne und Töchter sollen weissagen, eure Alten sollen Träume haben, und eure Jünglinge sollen Gesichte sehen."

Neu am Wirken des ewigen Geistes Gottes ist also im Neuen Bund die Qualität (bleibend) und die Quantität (generations- und schichtübergreifend).

Seitdem es am Pfingsttag zum ersten Mal so deutlich Wirklichkeit wurde, passiert es immer wieder, dass Gott nicht nur auf erwählte Propheten und Könige, sondern auf ganz gewöhnliche Menschen wie Dich und mich seinen Geist ausgießt. Er verfolgt aber damit genau die Ziele, die er angekündigt hat. Er erfüllt uns, damit wir

  1. innerlich verändert werden und sein Geist in uns bleibt, der als Frucht Hingabe, Freude, Friede, Weitherzigkeit, Güte, Wohltätigkeit, Treue, Sanftheit und Selbstbeherrschung hervorbringt,
  2. wir seinen Willen tun und seinen Anweisungen von innen heraus folgen
  3. prophezeien können, nicht nur unsere Gedanken, Wünsche, Vorstellungen, Gefühle und Träume, sondern seine Worte mit Weisheit bestimmte Dienste und Aufgaben erledigen können
  4. und so Zeugen für Ihn sind in Wort und Tat.


Fazit:

Wir wollen nicht im Wechselbad von Betrüben des Heiligen Geistes und Erfülltwerden mit ihm hin und herpendeln. Dann leben wir wie die Richtergeneration im Alten Bund. Gott möge in uns und unter uns eine Balance zwischen Gaben und Frucht des Geistes wirken! Das ist ein Zeugnis für unsere Umgebung.

Aber vielleicht haben ja einige so noch nie den Geist Gottes empfangen. In Samaria evangelisierte Philippos erfolgreich, sodass sich viele bekehrten und taufen ließen. Danach kamen die Apostel und legten ihnen die Hände auf, damit sie den Heiligen Geist empfangen. Darum können wir auch beten mit denen, die das möchten. Auch um Gaben des Heiligen Geistes.

Interessanterweise sind ja alle Geistesgaben mehr oder weniger im Alten Bund schon vorhanden, außer dem Sprachenreden und der Auslegung dazu. Daher wird das Sprachenreden in Markus 16 als Zeichen der an Jesus Gläubigen angegeben. Darum und um andere Gaben dürfen wir allein und gemeinsam bitten. Gott segne uns!