In der Schule Gottes

Die folgenden Gedanken entstammen der Predigt von Ann-Vanessa Ruffer, gehalten in einem Jugend-Gottesdienst der GOSPELGEMEINDE VILSBIBURG, nach einer Vortragsreihe von Prof. Dr. Dr. Arthur Ernest Wilder-Smith.
Die Brüder Josef mit dessen bunten Leibrock
In Paulo Coelho Roman, "Der Alchemist" geht es um die Geschichte des "Hinternjünglings", der erst Jahre mit seinen Schafen durch die Landschaften Andalusiens wandert und dann durch einen Traum, der sich wiederholt und durch einen König schließlich in Ägypten landet, um dort einen verheissenen Schatz zu finden. Auf den verschiedenen Etappen seiner Reise erkennt er mehr und mehr, wie das Leben spielen kann. Er wird zum Beispiel einmal beraubt, wodurch er gezwungen ist, bei einem Kristallhändler zu arbeiten, wo er in Monaten viel Geld machen kann. Und weitere Entwicklungen auf seiner Reise werden sichtbar. So erkennt er schließlich, dass er eine lange Kette von Ereignissen lebt und ist erstaunt und auch dankbar, dass er, auch mit Schwierigkeiten auf seinem Weg mehr und mehr vom Leben und der Welt kennenlernt und versteht. Das alles wäre nicht geschehen, wenn er nicht hätte herausfinden wollen, was das Leben bietet. Er war abenteuerlustig, er hatte Mut.

Von einer noch schöneren und spannenderen Geschichte erzählen die Kapitel in 1. Mose 37. Sie handelt von Joseph, dem Sohn Jakobs, dem Nachfahren Abrahams und Isaaks.


Der junge Joseph

Er war nicht besonders reif, nein, im Gegenteil, er war ein dummer und naiver Bub, der dem Vater über seine Brüder gepetzt hat und sich so absichtlich beim Vater eingeschleimt hatte. Seine Brüder hassten ihn, weil er bei ihrem Vater beliebter war als sie, denn Joseph war Jakob im hohen Alter geboren worden.Sie waren ihm verfeindet.

Dann hatte Joseph zwei Träume: Die Garben der Brüder verbeugten sich vor seiner und Sonne, Mond und Sterne verbeugten sich vor Joseph. Das alles hat er seinen Brüdern erzählt, doch die regten sich nur auf hassten ihn noch mehr und wurden dazu auch noch neidisch: "Du willst unser könig sein?"


Schlimme Familienverhältnisse

Der Vater blind und dumm, eine falsche Erziehung, die Brüder hassen ihren Jüngsten ...

Im folgenden wird klar, wie Gott arbeitet: Er hatte immer eine Strategie.

Eines Tages schickt Jakob Joseph auf das Feld zu seinen Brüdern, um nach ihnen schauen zu lassen. Die erkennen die günstige Situation und in ihrem Hass wollen sie ihn umbringen. Die brüder waren so von Hass getrieben und zu allem im stande, sie waren böse Menschen. Nur Ruben nicht, er war der einzig gute, er wollte seinen Bruder Joseph retten. Nach einigem hin und her auf dem Feld sehen sie eine Karwane von Kaufleuten, Ismaeliter, und sie verkaufen ihren Bruder in die Sklaverei.

Was für Menschen, hm? Sie waren so schlecht, hassten ihren Bruder so sehr, wollten ihn erst umbringen und dann verkaufen sie ihn, ihr eigenes Fleisch und Blut, für 20 Loth Silber, das ist sehr wenig! Und dann im folgenden Verlauf der Geschichte erfahren wir, dass sie Jakob, ihren Vater bescheissen. Sie gaben ihm das Gewand von Joseph und belogen ihn, erzählten ihm, er sei tot. Was für Arschlöcher!

Doch Gott war bei Joseph! Wir sehen es immer mehr: Er passt auf.


In Ägypten

Von den Kaufleuten wurde Joseph an einen Hofbeamten des Pharaos in Ägypten verkauft, Pothifar hieß er. Dort war er Diener, Sklave. Er hatte seine Arbeit aber gut gemacht und so konnte er sich schnell hoch arbeiten, wurde Leibdiener und arbeitete im Hause Pothifars. Der hatte eine Frau und die war irgendwie heiss auf den jungen Joseph, weil er so fleißig war.
Rembrandt: Die Frau von Potifar beschuldigt Josef
Eines Tages wollte sie ihn, er sollte mit ihr schlafen. Wir lesen in 1. Mo. 39, 7-9: "Und es geschah nach diesen Dingen, da warf das Weib seines Herrn ihre Augen auf Joseph und sprach: Liege bei mir! Er aber weigerte sich und sprach zu dem Weibe seines Herrn: Siehe, mein Herr kümmert sich um nichts bei mir im Hause; und alles, was er hat, hat er in meine Hand gegeben. Niemand ist größer in diesem Hause als ich, und er hat mir gar nichts vorenthalten als nur dich, indem du sein Weib bist; und wie sollte ich dieses große Übel tun und wider Gott sündigen?"

Wow oder? Ein junge, in seinem Alter, die Hormone fließen, man wird sexuell aktiv und für eine so reife Frau wie die des Pothifars wäre es ein leichtes gewesen, einen jungen Mann willig zu machen. Doch er sah ein: "Hey, ich steh vor Gott, ich kann nich zum Ehebrecher werden." Da sehen wir die Charakterbildung und den Reifeprzess des Joseph. Der so dumme, naive junge Mann von vor ein paar Monaten war bewusster geworden.

Ich habe dieser Geschichte und den Vorträgen des Prof. Dr. Dr. Arthur Ernest Wilder-Smith einen Lieblingsspruch entnommen und dieser ist auch gleichziet eine Richtlinie für mich und mein Leben geworden:

WER NICHT NEIN ZU SICH LEBER SAGEN KANN, KANN AUCH NICHT JÜNGER JESU WERDEN UND SEINE LEHRE KENNENLERNEN.

Auf jeden Fall hat diese Frau es bei ihm immer wieder veruscht, sie war recht hartnäckig. Das machte sie auf Dauer sauer und verbittert und so log sie eines Tages ihren Mann an, dass Joseph sich an ihr vergehen wollte - tztztztz ... die Hölle kennt nichts schlimmeres als die Rache einer abgewiesenen Frau! Na ja, Chef sauer und der steckte Joseph ins Gefängnis.

Hört mal zu! Gott schreckt nicht vor Härte zurück, wenn es der Heilung und positiven Entwicklung seiner Kinder dient! Er nutzt auch die Sünden der Menschen wie z.B. die hasserfüllten Brüder oder die lügende Frau des Pothifars. Ihr kennt doch den Spruch: was mich nicht umbringt, macht mich nur stärker. Hart aber gerecht - so ist Gott! "Wir wissen aber, dass denen, die Gott lieben, alle Dinge zum Guten mitwirken." (Röm. 8, 29)

Und wir sehen immer mehr und mehr im Verluaf der Geschichte von Joseph, dass er zunehmend Weisheit von Gott geschenkt bekommt. Wir lesen 1. Mo. 39, 21-23: "Und der HERR war mit Joseph und wandte ihm Güte zu, und gab ihm Gnade in den Augen des Obersten der Feste. Und der Oberste der Feste übergab alle Gefangenen, die in der Feste waren, der Hand Josephs; und alles was daselbst zu tun war, das tat er. Der Oberste der Feste sah nicht nach dem Geringsten, das unter seiner Hand war, weil der HERR mit ihm war; und was er tat ließ der HERR gelingen."


Die Wende

Josef deutet den Traum des Pharao

Auf jeden Fall sehen wir jetzt zwei neue Akteure in der Lebensgeschichte von Joseph, wenn wir so wollen: Zwei Diener des Pharaos, die auch ins Gefängnis geworfen worden waren. Die träumten, unanhängig von einander und Joseph in seiner Güte und Liebe zu anderen (da merkt man schon wie er sich verändert hatte und wie erquickt sein Herz von der Verbinung zu Gott war!) und trotz seines Elends und der unglaublichen Ungerechtigkeit, die ihm wiederfahren war und mit und seinem Verständnis deutet die Träume der beiden.Wenige Zeit später stellten sich die Deutungen als richtig heraus. Das merkte sich einer der beiden Diener des Pharaos, der Mundschenk, der nachher wieder für den Pharao arbeiten konnte nicht. Er vergaß Joseph. Es vergingen die Jahre ...

Oft denken die Christen, dass sie von Gott verlassen wurden, aber Mensch Leute! Vertraut doch auf Gott, der wird doch wohl am besten wissen, was er tut. WIR SOLLEN GEHORSAM LERNEN!!!

Wir sind schließlich nach Gottes Ebenbild geschaffen worden, wir sind seine Kinder, er ist unser Vater und wie bei jedem Kindschaftsverhältnis werden die Kinder vom Vater auch erzogen und dazu gehört nun mal 'ne gewisse Portion Gehorsam und Disziplin!

Joseph ist nicht verzweifelt, weil er auf Gott vertraut!

Eines Tages hatte der Pharao selber einen Traum. Den kennt ihr alle: "In meinem Traume, siehe, da stand ich am Ufer des Stromes. Und siehe, aus dem Strome stiegen sieben Kühe herauf, fett an Fleisch und schön von Gestalt, und sie weideten im Riedgrase. Und siehe, sieben andere Kühe stiegen nach ihnen herauf, dürr und sehr häßlich von Gestalt und mager an Fleisch; ich habe wie diese an Häßlichkeit keine gesehen im ganzen Lande Ägypten. Und die mageren und häßlichen Kühe fraßen die sieben ersten fetten Kühe; und sie kamen in ihren Bauch, und man merkte nicht, daß sie in ihren Bauch gekommen waren, und ihr Ansehen war häßlich, wie im Anfang. Und ich erwachte. Und ich sah in meinem Traume, und siehe, sieben Ähren wuchsen auf an einem Halme, voll und schön. Und siehe, sieben Ähren, dürftig, mager, vom Ostwinde versengt, sproßten nach ihnen auf; und die mageren Ähren verschlangen die sieben schönen Ähren." (1. Mo. 41, 17-24)

Keiner seiner Weisen konnte dem Pharao den Traum deuten aus Angst, sie würden auch in den Kerker geworfen oder umgebracht, wie der andere der beiden Diener damals aus dem Gefängnis bei Joseph. Da fiel aber dem Mundschenk ein - oho bevor noch was passiert und der Pharao morden lässt - holen wir doch den Sklaven, den Hebräer aus dem Kerker und fragen ihn, was der Traum des Pharaos zu bedeuten hat.

Sofort lies der Pharao Joseph aus dem Gefängnis holen. Lesen wir: "Und der Pharao sprach zu Joseph: Ich habe einen Traum gehabt, und da ist keiner, der ihn deute; ich habe aber von dir sagen hören, du verstehest einen Traum, ihn zu deuten. Und Joseph antwortete dem Pharao und sprach: Das steht nicht bei mir; Gott wird antworten, was dem Pharao zum Heil ist."

Der Joseph war mittlerweile schon ganz schön schlau geworden oder? Und er hatte so ein Vertrauen in den Gott, der nur Gutes will! Joseph deutete ihm den Traum -7 Kühe, 7 Ähren - kennt ihr alle. Durch die Deutung und den Rat, die Politik, die er von Joseph für die nächsten 14 Jahre bekommen hatte, war der Pharao so beeindruckt, dass er ihn zu seinem Stellvertreter machte.

Also, man kann sagen: Wer über sich selber herrschen kann, der kann auch über andere herrschen. Denn das hatte Joseph immer gemacht. Er ist nicht in Zweifel kaputt gegangen, er hat sich nicht der Frau des Pothifars hingegeben, er hat sein Leid angenommen und auf Gott vertraut! Und er war zu einem weisen Mann Gottes geworden, der König sein konnte trotz seiner Leidensgeschichte. Gott war immer bei ihm - allezeit!

Was ich sagen will, ist: Bleibt standhaft, verliert nicht den Glauben an Gott und seine Hilfe und Unterstützung! Alles ist im fluss doch wir müssen standhaft bleiben! Hofft auf Gott, er ist unser Vater und wir seine Kinder!