Verliebt ohne Ende

Pastorin Gisela Ruffer

(nach einer Predigtreihe von Gisela Ruffer)

Gott hat ganz viel Zeit, schließlich ist er "von Ewigkeit zu Ewigkeit". In Ps. 90, 2 heißt es: Ehe denn die Berge wurden und die Erde und die Welt geschaffen wurden, bist du, Gott, von Ewigkeit zu Ewigkeit.

Frage: Wie verbringt Gott seine Zeit? Mit was beschäftigt er sich? Worüber denkt er nach?

Antwort: Gott hat uns dauernd im Sinn, er denkt beständig über uns nach. Wir gehen ihm einfach nicht aus dem Kopf. Nie wird er uns vergessen! (siehe Ps. 139, 1: "Herr, du denkst über mich nach und kennst mich bis auf den Grund.")

Verliebt sein in jemanden ist gleichbedeutend mit dauernd an diesen jemand denken zu müssen. Wir wissen, dass wir uns in jemanden verliebt haben, wenn wir andauernd an diese Person denken müssen und sie einfach nicht mehr aus dem Kopf bekommen.

So geht es Gott mit Dir. Er denkt die ganze Zeit an Dich. Er verzehrt sich nach Dir, er denkt über Dich nach, er erforscht Dich. Darum hat er Dich auch erkannt (nicht verkannt!)


Wie fühlt sich Gott, wenn er an Dich denkt?

Der Prophet in Zeph. 3, 17 gibt uns eine Antwort auf diese Frage: "Der HERR, dein Gott, ist in deiner Mitte, ein Held, der helfen kann; er wird sich über dich freuen mit Wonne, er wird schweigen in seiner Liebe, er wird über dir jubelnd frohlocken.

Weil Gott sich die Zeit genommen hat um über dich nachzudenken und Dich zu erforschen, kennt er Dich und Deine Gedanken. Und weil er mit uns so vertraut ist, erschrickt er nicht vor uns und unseren Gedanken. Darum brauch' auch ich mich nicht zu fragen, ob Gott mich auch dann noch liebt, wenn er "herausfindet", wie ich wirklich bin.

Einge Gedanken aus Ps. 139, 1-12: Das Gefühl aus Psalm 139, 1-12

Das alles bildet die Grundlage dafür, dass ich mich mit mir und meiner Geschichte aussöhnen kann (Vers 14), dass ich mich selbst annehmen und lieben kann und Hoffnung für eine bessere Zukunft schöpfen kann (Vers 16).

Viele Menschen meinen irrtümlicherweise, dass der heilige Gott sich irgendwie abgestoßen fühlt von sündigen Menschen, dass er Menschen einfach nicht mag, weil sie böse sind. Wahr ist aber, dass Gott zwar die Sünde hasst, weil sie uns Schaden und Unheil zufügt. Aber er wirft uns und unser "Zeugs" nicht durcheinander.

Gottes Gesinnung gegen Sünde ist das krasse Gegenteil zu den Gefühlen, die er für uns hegt. Darum hat er auch einen Weg gebahnt, um unsere Sünden von uns zu entfernen.


Wie fühlst Du Dich, wenn Du über Dich nachdenkst?

ein gutes Selbstgefühl

Oder verhinderst Du das Erforschen und Erforscht-Werden, z.B.

Hast Du Angst vor dem Ergebnis? Willst Du bloß nichts hochkommen lassen?

Oder gehörst Du zu den Menschen, die zwar an sich rankommen lassen, aber nur weil sie es beherrschen, die jeweils passende Maske aufzusetzen. Gott aber sieht uns von allen Seiten an, nicht nur von der, die wir ihm gerne zeigen. Er sieht dirket in unser Herz. Ihm können wir nichts vormachen. Er sogar unsere Worte noch bevor wir sie ausgesprochen haben.

Wenn Du jedoch nicht so sein willst, wie Du nun mal eben doch bist, dann kämpfst Du eine kräfteverzehrenden Kampf um Dein "Image" gegen alle, die Dich doch durchschauen - und letztlich gegen Dich selbst.

Aber anstatt gegen die Angst zu kämpfen, könntest Du auch all Deinen Mut zusammen nehmen und Dich stellen. Und was wird dann passieren? Gott wird Dich ansehen und schweigen in seiner Liebe. Kein Wort der Anklage oder des Vorwurfs. Er wird einfach überwältigt von seinen Gefühlen in tiefer Ergriffenheit über Dich staunen und über dir jubelnd frohlocken, weil Du endlich da bist.


Fazit:

Hab' doch ein wenig Mut und Vertrauen und tritt ein in das "Stille-Sein Gottes". Lass Dich von ihm erkennen. Und lass Dich lieben. Und schließlich landest Du dann irgendwann bei dem Gebet: "Erforsche mich, o Gott, und erkenne mein Herz; prüfe mich und erkenne, wie ich es meine; und siehe, ob ich auf bösem Wege bin, und leite mich auf ewigem Wege! (Verse 23+24).