Verwandlung
"Wir schauen mit aufgedecktem Angesicht die Herrlichkeit des Herrn an. Dabei werden wir verwandelt in dasselbe Bild von Herrlichkeit zu Herrlichkeit. Das geschieht vom Herrn durch den Geist." (2. Kor. 3, 18)
Wir werden, was wir anschauen
Das ist z.B. die Wirkung von Ärger und Bitterkeit: Das "Video" läuft immer und immer wieder ab und der menschliche
Geist sieht es. So kommt es schließlich dann, dass die Kinder so schlimm werden wie die Eltern eswaren, obwohl sie nie
so werden wollten, weil ihnen durch Unvergebenheit und Unverheiltheit deren Bild immerzu vor Augen steht.
Das ist z.B. auch die Wirkung von Ängsten: Angst beschwört herauf, was man quais "kommen sieht".
Anders Alkohol und Drogen: Sie verzerren uns das Bild. Und dann wird die Interpretation des eigenen Lebens schief.
Und Pornographie zieht uns durch Bilder in eine unwirkliche und verlogene Sexualwelt hinein.
Verwandlung bedeutet: Frei werden von bewussten Sünden
Das erfordert Deine Entscheidung, nämlich in das Licht der heilenden Gegenwart Gottes zu treten. (1. Joh. 1, 7). Und
das erfordert Deinen Mut, nämlich Deine Verfehlungen zuzugeben, d.h. Deine Sünden zu beichten. (1. Joh. 1, 9). Und das
erfordert rückhaltlose Ehrlichkeit und Verantwortungsgefühl.
Und es fordert von Gott ein zartes Gnadenwirken und
sein reinigendes Handeln an Deiner Seele.
Manchmal aber sitzt es tiefer:
- Traumata und Demütigungen (z.B. durch Missbrauch)
- Dauerfrustration und Entbehrung (z.B. durch Armut und Not)
- Angst und Verschüchterung (Bedrohung)
- Depressionen (Traurigkeit) z.T. wegen Schuld, Scham und Schande
oder wegen einer nicht verheilten Wunde - emotionaler Schmerz und Leid
- Dauergroll und Wut (Aggression)
Solange wir unser emotionales Leid vor uns selbst und anderen verbergen, verdrängen und mit einer Maske herumlaufen, wird uns der Schmerz in ungute und ungesunde Verhaltensmuster hinein drängen. So wird unser Leben der Freiheit beraubt. Gott jedoch möchte, dass wir uns sowohl gesund fühlen als auch gut verhalten. Das bedarf der umgestaltenden und verwandelnden Kraft des Heiligen Geistes.
Heilung und Befreiung
Nur der Heilige Geist kommt an "die Tiefen" ran. (siehe 1. Kor. 2, 10) Nur er kommt an diese "tiefen" Stellen in
unseren menschlichen Herzen ran, an denen die emotionalen Erinnerungen und Schmerzen gebunkert und bewacht
werden. Nur der Heilige Geist kann dorthin, um die Pein zu lindern, die alten Wunden zu reinigen und zu verbinden und
das Leid dauerhaft zu beenden. Nur der Heilige Geist kann einen Menschen aus dem Gefängnis seiner üblen
Gefühle befreien.
Neurophysiologisch:
Da gibt es den Neo-Cortex. Der fungiert wie ein Supervisor. Es ist quasi das Planungs- und Kontrollzentrum, der Sitz
der Entscheidungsinstanz. Dort gibt es eine große Fokussierungsfähigkeit.
Und dann ist da noch das limbische System. Es funktioniert als Überlebenssystem bei Bedrohung. Es beeinflusst unser
Verhalten durch Gefühlserzeugung, indem es die emotionale Tonlage bestimmt und den Dingen ihre Bedeutung durch
Wertung gibt. Es kennt aber keine Ordnung. Es besitzt keinerlei Organisations- und Ordnungsfähigkeit. Es kennt daher
z.B. keinen Unterschied zwischen gestern und vor 20 Jahren. Darum können z.B. Kindheitserinnerungen emotional heute
genauso kraftvoll sein als wären sie erst gestern gewesen.
Alkohol und Drogen:
Sie unterdrücken die Gefühle, die vom limbischen System erzeugt werden. Und so kommt es z.B. dazu, dass jemand länger
mit dem Schmerz lebt, als es eigentlich sein müsste. Denn gute und gesunde Reaktionen zur Auflösung der Nöte werden
durch die dämppfende Wirkung so als "un-nötig" und nicht mehr "not-wendig" vorgegaukelt. Quasi ein billiges "Prost!"
für echtem Trost.
Verwandelt durch den Geist
Verwandlung geschieht dadurch, dass wir uns dafür entscheiden, das Richtige zu tun, egal, was uns unsere Gefühle
sagen. Warum?
Weil das Richtige zu tun, letztlich immer von Gott gesegnet wird und das Falsche zu tun, den Lohn der Sünde (= Tod)
mit sich bringt.
Verwandlung erfordert, dass wir das Richtige tun, egal, wie sich unsere Gefühle dabei auch fühlen mögen.
Und nicht vergessen! Das Richtige zu tun, ist meist das Schwerere.
Keine Abkürzung:
Zum einen musst Du mit Dir geduldig sein. Denn "die meisten Menschen ändern sich - wenn überhaupt - nur sehr langsam."
Und zum andern kann niemand Deine inneren Konflikte für Dich lösen. Das musst Du schon selbst.
Und es gibt auch kein "magisches Gebet", das Deine durcheinander geratenen Gedanken ausradieren und Deine peinvollen
Erinnerungen überschreiben könnte.
Aber: Der Heilige Geist kann Dich trösten! Und er kann sogar Deine Wunden
heilen!
Das Werk des Geistes
Der Heilige Geist hilft uns, unsere falschen Haltungen und Einstellungen zu Gott zu bringen, unsere Fehler
einzugestehen und sie zuzugeben. Er hilft uns, unsere verdrehten Gedanken zu erkennen und durch die geraden
Worte des Vaters zu ersetzen. Er hilft uns, die negativen Erinnerungen und die üble Gemütslage mit der Liebe des
Vaters zu überwinden.
Und er hilft uns, in der Verwandlung zu bleiben
- Durch das Zurückhalten der bösen Worte, die man gern auf sich und andere spucken würde.
- Durch das Aufmachen, wenn man eigentlich gern zu machen würde.
- Durch die Bitte um Enthüllung der Quelle, die uns zu zwanghaften Verhaltensweisen treibt.
- Durch die Bitte um Entlarvung der Lügen, die wir glauben.
- Durch die Bitte um Heilung der erlittenen Traumata.
Verwandlung in Anbetung
"Wir werden ihm gleich sein, denn wir werden ihn sehen, wie er ist." (1. Joh. 3, 2)
Das ist auch eine gute Nachricht: Wir werden das, was wir anschauen.
In den Zeiten von Lobpreis und Anbetung schauen wir "mit aufgedecktem Angesicht die Herrlichkeit des Herrn an.
Dabei werden wir verwandelt in dasselbe Bild." (2. Kor. 3, 18)