Liebe und Zugänglichkeit
Der Apostel Johannes schreibt: "Die Liebe Gottes wurde unter uns dadurch offenbart, dass Gott seinen einzigen Sohn
in die Welt gesandt hat, damit wir durch ihn leben. Nicht darin besteht die Liebe, dass
wir Gott geliebt haben, sondern er uns geliebt und dass er seinen Sohn als Sühne für unsere Sünden gesandt hat."
(1. Joh. 4, 9 +10)
Die Konsequenz daraus folgt im nächsten Vers: "Liebe Brüder, wenn Gott uns so geliebt
hat, müssen auch wir einander lieben." (1. Joh. 4, 11)
Welches Bild beschreibt Dich?
Wie zugänglich bist Du? Wie offen bist Du für Liebe und Gemeinschaft?
Und? Bist Du auch zugänglich für andere? Oder schottest Du Dich ab?
Individualität vs. individualistisch
Individualität:
(lat.: Ungeteiltheit) bezeichnet die Tatsache, dass ein Mensch ungeteilt ist und sich in seiner Einheit
von anderen in deren Ungeteiltheit und Einheit unterscheidet. Das ist eine Idee Gottes. Dahingehend wirkt er: Dass wir
in Ungeteiltheit des Herzens, in Unzerrissenheit der Gedanken, Gefühle und Wünsche als Ganzheit leben.
Individualistisch:
bezeichnet ein Gedanken- und Wertesystem, in dem das Individuum im Mittelpunkt der Betrachtung steht, eine
Geisteshaltung, bei der möglichst eigenständige Meinungsbildungen und Entscheidungen
angestrebt werden, ein vertrauter Austausch und Ratschläge sind nicht erwünscht, Unabhängigkeit wird als gute
Charaktereigenschaft betrachtet, "es auf eigene Faust geschafft zu haben", gilt als erstrebenswert.
In unserer westlichen Kultur neigen wir dazu, diesen Ansatz auch in das geistliche Leben hinein zu bringen: "Gott und ich,
wir schaffen das schon, wir bekommen das hin.
Obwohl es Zeiten gibt, in denen es nicht anders sein kann, biringt unsere neue Identität in Christus auch noch was
anderes mit sich: Wir sind nämlich in einen EINGEGLIEDERT-UND-VERBUNDEN-
Zustand versetzt worden.
Wir sind durch den Geist Gottes in den Leib Christi einverleibt worden.
1.Kor. 12, 13: "Wir alle, Juden wie Griechen, Menschen im Sklavenstand wie Freie, sind durch denselben
Geist in den einen Leib des Christus hineinversetzt und auch alle mit demselben
Geist erfüllt worden."
Du gehörst jetzt zu etwas, das größer ist als Du!
Das gibt Dir Bedeutung! Du bist wichtig! Du wirst gebraucht! Das ist die gute Nachricht. Die schlecht ist: Du wirst
gebraucht! Du kannst jetzt nicht mehr unabhängig von andern agieren! Du musst
lernen, mit anderen zusammen zu funktionieren. Teamsport ist angesagt! Wer alles alleine machen möchte, versiebt es
meistens. Miteinander reden und aufeinander hören, ist jetzt angesagt. Denn jetzt
sind andere von Dir abhängig!
Deine erste Verantwortung besteht in der Beziehung zu Gott. Deine zweite Verantwortung in den Beziehungen
untereinander. Dazu müssen die Beziehungen feste Beziehungen sein. Und sie müssen auch innig sein, nicht nur
oberflächlich. Dazu müssen die Mauern weg.
Woraus Mauern bestehen:
Mauern bestehen zum einen aus der Angst, verletzt und enttäuscht zu werden.
Die einfachste Art, Verletzungen u.dgl. zu vermeiden, ist Menschen zu meiden. Aber das macht einsam. Und es erfüllt uns
nicht, denn Gott hat uns auf Beziehungen angelegt. Gott lieben und Menschen
lieben, lautet das Motto. (Mt. 22, 37-40)
Einander lieben heißt, sich verletzbar zu machen. Es gibt keine Alternative: Du wirst es mit verletzten und verletzenden
Menschen zu tun bekommen und sie werden Dich treffen, teilweise sehr empfindlich. Aber die Liebe des Vaters wird Dir
helfen, dass Du diese Treffer einstecken, wegstecken und überwinden kannst.
Zum anderen bestehen Mauern aus Stolz.
Menschen wollen nicht, dass andere sie so sehen, wie sie wirklich sind - z.B. schwach, ängstlich, verzagt oder gar die
hässlichen Seiten ...
Aber "wenn wir im Licht wandeln, wie er im Licht ist, so haben wir Gemeinschaft miteinander, und das
Blut Jesu, seines Sohnes, macht uns rein von aller Sünde." (1. Jh. 1, 7)
Wenn wir im Dunkeln bleiben, dann weil wir nicht wollen, dass andere etwas bestimmtes (meist hässliches) von uns sehen.
Gottes oberstes Ziel
Das ist, "alles zusammen zu bringen in Christus".
(Eph. 1, 10) Die Rede ist von einem zusammen gefügten, zusammen
funktionierenden, verbundenen und verbindlichen Leben. Bist Du dabei?
Hier sind acht Bedingungen, damit das auch klappt:
- Jeder muss persönlich unter die Herrschaft Christi eintreten, d.h. er, das Haupt, hat jetzt das letzte Wort!
- Jeder muss nach dem neuen Leben in Christus suchen.
- Jeder muss seinen Platz im Leib Christi finden und ausfüllen.
- Jeder muss unter der Leitung des Heiligen Geistes und in der Kraft des Heiligen Geistes leben. Autonomie hat Gott für uns nicht geplant!
- Jeder muss sich an den andern hingeben, sich verpflichten, sich verbinden und Mit-Verantwortung übernehmen. Mit Gott allein zu leben, ist leicht! Kainfragt: "Bin ich für meinen Bruder verantwortlich? Die Antwort ist eindeutig JA!
- Jeder muss sich selbst und den andern annehmen, wie er ist. Anders bekommt er ihn nicht. Aber nicht ohne Hoffnung auf Veränderung!
- Jeder muss nach und nach seine Masken fallen lassen und sich in seinen Ängsten, Nöten und Schwächen sehen und helfen lassen, sonst wird nichts besser.
- Jeder muss loyal und treu sein, sonst verletzt er den andern, der sich geöffnet hat.